Alser-On-Tour

Von den Everglades in die Appalachen

09.05. – 28.05.2011: Nach einer einwöchigen Pause in Florida geht es zum Great Smoky Mountains National Park


Als Uli von seinem einwöchigen Deutschland-Besuch zurück kehrt, wartet am Flughafen Miami nicht nur Annaleen auf ihn, sondern auch Arbeit. Die F650 will nicht mehr anspringen und wir müssen kräftig anschieben, um zurück nach Florida City zu kommen.

Ein Besuch in einem Autoteile-Geschäft bringt eine erste Diagnose des Problems: die Batterie scheint in Ordnung zu sein, wird wohl aber nicht mehr geladen. Wir beschließen daher, am nächsten Tag auf dem Weg nach Orlando, die BMW-Werkstatt in Miami aufzusuchen. Dort verkauft man uns eine neue Batterie und schickt uns wieder auf den Weg. So ganz überzeugt sind wir nicht, erhalten aber auf mehrmalige Nachfrage hin immer nur die Antwort, dass die Batterie altersbedingt (2 Jahre) zu schwach war und die neue Batterie lädt. Aha. 

Zwei Stunden später bleibt das Moped mit entleerter Batterie stehen. Die Genugtuung, dass wir begründete Zweifel am Batteriewechsel hatten, hilft leider auch nicht, das Moped wieder in Gang zu kriegen. Zum Glück haben wir jedoch zwei weitestgehend baugleiche Maschinen und wir tauschen die Batterien, um so die restlichen 100km nach Orlando auf unseren Campingplatz zu kommen. Wir schicken gedanklich (und später per Email) einen großen Dank an Markus in Karlsruhe für seinen wertvollen Tipp, ein Starthilfekabel mitzunehmen! :-)

 

Wenn man in Orlando ist, kommt man kaum an Walt Disney World vorbei. Der gut 80km² umfassende Themenpark lockt auch uns an und wir verbringen einen unterhaltsamen Tag im Magic Kingdom!

 

Am Samstag bringen wir das Moped in die nächste BMW-Werkstatt, wo man feststellt, dass der Stator/Generator defekt ist. Warum hat man das nicht bereits am Tag vorher in Miami festgestellt? Wir sind ziemlich verärgert über die Schlampigkeit und besonders darüber, dass wir unnötig eine neue Batterie gekauft haben.

Die Lieferung des Ersatzteils wird bis Dienstagmittag dauern. Wir richten uns also auf vier weitere Tage in Orlando ein. Einen der Wartetage verbringen wir mit unseren Freunden Aurel und Marion, die eine ähnliche Route wie wir in Nordamerika verfolgen, in einem Naturpark nördlich von Orlando.

Dann ist endlich Dienstag und wir können das reparierte Moped abholen und tags darauf unsere Reise fortsetzen. Wir fahren nach Melbourne an die Atlantikküste und weiter nach St. Augustine. Dabei kommen wir auch nach Daytona Beach. In typisch amerikanischer Bescheidenheit wird der „world famous beach“ angepriesen und wir lassen es uns nicht nehmen, mit den Mopeds auf den und am Strand zu fahren. Hier muss die Hölle los sein während der Daytona Bike Week im Februar.

Die letzte Nacht in Florida campen wir in St. Augustine und sehen uns die älteste durchgängig bewohnte Stadt der USA an. Am nächsten Tag durchqueren wir bei weiter heißen Temperaturen den östlichen Teil von Georgia. Um die ca. 500 Kilometer wenigstens etwas abwechslungsreich zu gestalten, verzichten wir auf den autobahnähnlichen aber langweiligen Interstate Highway und nehmen die kleineren Bundes- bzw. Landesstraßen. Kurz vor der Landesgrenze zu South Carolina schlagen wir unser Camp in einem State Park auf. Diese Naturparks bieten in der Regel gute und günstige Campingplätze an.

Wir haben kaum das Abendessen runtergeschluckt, als ein ziemliches Unwetter aufzieht. Das Gewitter ist zum Glück nur kurz, dafür aber heftig und ein Blitz schlägt in unserer unmittelbaren Umgebung ein. Die Investition in ein gutes Zelt macht sich wieder mal bezahlt, denn wir bleiben schön trocken in unserer Bude.

Bei deutlich angenehmeren Temperaturen von 21-23°C setzen wir am nächsten Morgen unseren Weg Richtung Great Smoky Mountains Nationalpark durch die beiden Carolina-Staaten fort. Auf den kleinen Straßen kommen wir durch hübsche kleine Ortschaften, die den Charme der Südstaaten zeigen. Das ist "backcountry USA", das Hinterland, wie man es sich vorstellt.

 

Nach einem Übernachtungsstopp in Brevard in North Carolina fahren wir eine schöne Strecke durch den Pisgah National Forest, einem riesigen Staatsforst am Südrand der Appalachen, bis wir auf den Blue Ridge Parkway treffen. Hier beginnt eine DER Traumstraßen der USA, nicht nur für Biker. Wir folgen dem „BRP“ zunächst in südliche Richtung, da wir den sogenannten „Tail of the Dragon“ fahren wollen. Die Straße windet sich in 318 Kurven über eine Strecke von 11 Meilen (17,5km) und hat daher den Spitznamen „Drachenschwanz“ erhalten. Ehe wir uns in die Kurven legen, halten wir am Mopedfahrer-Treffpunkt Deal’s Gap – dem amerikanischen Pendant zum Johanniskreuz im Pfälzer Wald.

Der Dragon’s Tail ist ein großer Kurvenspaß, der nur durch die Geschwindigkeitsbegrenzung getrübt wird. Wir wollen ja nicht rasen, aber 40 bis 50km/h ist für diese Strecke etwas übertrieben.

Auf der anderen Seite vom Dragon’s Tail, wir sind inzwischen in Tennessee, finden wir am Abrams Creek einen idyllischen Campingplatz. Wir sind hier im Happy Valley und finden, dass das ein passender Name ist. Vor uns liegen noch gut 500km kreuzungsfreie Strecke auf dem Blue Ridge Parkway, wenn das nicht happy macht!

 

Zu den Fotos geht es hier: USA - Südstaaten


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