Alser-On-Tour

New York City und der Nordosten der USA

06.06. – 13.06.2011: Städtetour im Big Apple und aufgefrischte Erinnerungen in Boston


Wir verlassen das ländliche Pennsylvania und rollen 250km später in New York City ein. Durch den Holland Tunnel unterqueren wir den Hudson River und tauchen in Manhattan wieder auf. Der Weg führt uns direkt am Ground Zero vorbei, wo das Wiederaufbauprojekt mit Freedom Tower, Museum und Gedenkstätte (zwei Wasserfälle im Umriss der beiden Zwillingstürme) langsam Form annimmt. Nach den Großstädten in Südamerika schockt uns der Straßenverkehr der Metropole überhaupt nicht und wir suchen uns im Stadtteil Queens ein bezahlbares Hotel. Dies ist unser Ausgangspunkt für die nächsten zwei Tage, in denen wir einige ausgewählte Sehenswürdigkeiten von NYC erkunden wollen.

Der erste Punkt auf unserer Lite ist die Freiheitsstatue auf Liberty Island. Von der Fähre aus hat man eine wunderbare Aussicht auf die Skyline von Manhattan. Unser nächste Station ist die Wall Street und anschließend das World Trade Center Memorial Center direkt am Ground Zero. In einer recht schlicht gehaltenen Ausstellung werden die Geschichte des WTC und die Chronologie der Ereignisse vom 11. September 2001 erzählt. Wir fühlen uns um 10 Jahre zurück versetzt und sind erneut geschockt und tief bewegt angesichts der vielen persönlichen Tragödien, die sich hier abgespielt haben.

Nach diesem recht traurigen Zwischenstopp atmen wir tief durch und nehmen die Metro Richtung Rockefeller Center. Vom „Top of the Rocks“ betrachten wir uns die scheinbar endlose Stadt von oben. Bei super Wetter haben wir eine fantastische Aussicht in alle Richtungen. Einen kleinen Einblick gewährt dieses Video:

 

Wir schlendern weiter durch die Straßen und lassen das geschäftige Treiben der Millionenmetropole auf uns wirken. Der Times Square ist geprägt von unendlich bunten, großen Monitoren und Werbetafeln und durch die Central Station hasten die Menschen in großem Gewusel wie in einem Ameisenstaat in alle Richtungen.

Am zweiten Tag besuchen wir den südlichen Teil vom Central Park. Nur wenige Schritte von der Straße weg in den Park rückt der Lärm in den Hintergrund und man hört nur noch das Blätterrauschen der Bäume und Vogelgezwitscher. Der Ausdruck „grüne Lunge“ kommt nicht von ungefähr. Der Central Park ist eine einzigartige Oase und man vergisst beinahe, dass man mitten in der Großstadt ist. Zurück in den Straßen laufen wir in südlicher Richtung nach Little Italy und Chinatown zur Brooklyn Bridge

 

Eine Städtetour ist immer etwas anstrengend und wir freuen uns, am nächsten Tag aus der Stadt raus zu kommen, zumal es ein weiterer sehr heißer Tag ist. Wir passieren die Staaten Connecticut und Rhode Island und steuern das Städtchen Foxborough ca. 1 Stunde südöstlich von Boston, an. Hier ist Uli vor 19 Jahren als Austauschschüler gewesen. Wir besuchen die High School und das Haus seiner Gastfamilie. Die Familie ist vor 15 Jahren weggezogen, aber die Nachbarin, die ebenfalls eine Alzeyer Schülerin aufgenommen hatte, erinnert sich an die Gruppe. Wir werden zu Eistee eingeladen und kommen gar nicht mehr raus aus dem Erzählen. Die Einladung dehnt sich zum Abendessen aus und schließlich bieten uns Pat und Dan an, bei ihnen zu übernachten, anstatt auf den Campingplatz zu ziehen. Wir fühlen uns sehr wohl und nehmen die Einladung gerne an. Eine glückliche Fügung, wie sich bald heraus stellt, denn es zieht ein Gewitter mit starkem Regen über Foxborough auf. Am nächsten Morgen ist das Wetter nicht wirklich besser und Familie Schuster lädt uns ein, noch einen Tag bei ihnen abzuwarten. Wir fahren mit dem Zug nach Boston und schauen uns die Stadt an. Der sogenannte Freedom Trail führt Besucher an bestimmte Plätze und Gebäude in Boston, die wichtig waren im Kampf um die koloniale Unabhängigkeit von der britischen Krone. Anders als viele andere amerikanische Großstädte basiert Bostons Straßennetz nicht auf dem typischen Quadratmuster, sondern hat die ursprünglichen Straßen der ersten Siedler übernommen.

Am Abend bekommen wir bei Pat und Dan ein für Neuengland typisches Gericht serviert: Hummer. Man darf den Tieren nicht allzu genau in die Augen schauen, sonst tut es einem noch leid, dass man sie lebendig in das Kochwasser schmeißt. Das schlechte Gewissen ist endgültig verflogen, als wir in das köstliche Hummerfleisch beißen. Mjam, einfach lecker.

Der unverhoffte Aufenthalt in Foxborough gefällt uns gut, aber wir entschließen uns dennoch, am anderen Morgen weiterzuziehen. Das schlechte Wetter ist noch nicht vorüber und wir wollen schnell weiter nordwestwärts gelangen, um dem zu entgehen. Es klappt nicht wirklich, denn ab dem White Mountain National Forest geraten wir wieder in den Regen. Verbunden mit kühlen Temperaturen macht das Fahren nicht wirklich viel Spaß. Daher entschließen wir uns auf die Interstates auszuweichen und erreichen am Sonntagnachmittag Toronto, wo wir zwei Nächte bei unserer Antarktis-Bekanntschaft Lara bleiben wollen.

 

Neuengland hat unsere Begeisterung gefunden; tolle Mittelgebirgslandschaft mit unglaublichen Wäldern. Das war bestimmt nicht der letzte Besuch hier!

 

Zu den Fotos geht es direkt hier: USA – NYC und Neuengland

 

zum nächsten Kapitel: USA - An den grossen Seen

Tagebuch Übersicht