Alser-On-Tour

Von Wisconsin nach Wyoming

22.06. – 27.06.2011: Wir queren die Great Plains von Ost nach West


Am 22.06. verabschieden wir uns von Waukesha und Doug und Lisa, wo wir uns 5 Tage sehr wohl gefühlt haben.

Die nächsten Tage heißt es „Go West“. Der Bundesstraße 18 folgend fahren wir durch das idyllische Wisconsin. Alles ist so schön grün und kaum vorstellbar, dass hier monatelang meterhoch der Schnee liegt. Wir überqueren den breiten Mississippi, der über viele Kilometer in Nord-Süd-Richtung die natürliche Grenze zu Iowa bildet.

Iowa ist von Landwirtschaft geprägt und eher unaufregend. Auch fahrerisch gibt es nicht viel her, der Highway verläuft weitestgehend geradeaus. Uns fällt auf, dass auf vielen Äckern und Weideland das Wasser steht. Das ist wohl der Schneeschmelze und heftigen Regenfällen zu verdanken.

 

Wir durchfahren Iowa von Ost nach West in zwei Tagen und erreichen schließlich das Haus von Joel und Kathy etwas außerhalb von Sioux Falls in South Dakota. Unser Freund Mark in Chilliwack hat den beiden von uns erzählt und die zwei haben uns spontan eingeladen. Wir verbringen einen entspannten und unterhaltungsreichen Abend, ehe wir uns am anderen Morgen Richtung Badlands National Park auf der anderen Seite von South Dakota aufmachen.

Es geht weiter nach Westen, lange Kilometer überwiegend schnur geradeaus. Was für uns heute eine Monotonie auf Asphalt ist, war für die Siedlertrecks im 19. Jahrhundert ein immenser Kraftaufwand. Wir können uns die Strapazen, dieses riesige Territorium mit Sack und Pack zu durchqueren, nur annähernd vorstellen. Die Mittagspause verbringen wir mit Blick auf den Missouri, der ebenfalls Hochwasser führt. Sobald wir die Brücke hinter uns lassen, wird die Straße kurviger und die Landschaft etwas hügeliger. Aber wirklich abwechslungsreich wird es nach wie vor nicht. Mitten im Nirgendwo informiert uns ein unscheinbares Schild am Straßenrand, das wir jetzt in der „Mountain Time Zone“ sind. Prima, das bedeutet also eine Stunde zusätzlich, so dass unser Tag heute 25 Stunden hat.

 

Drei Tage ging es überwiegend geradeaus, nun steht mit den Badlands und dem Black Hills National Forest ein wenig Kurvenspaß an. Die Badlands ziehen viele Touristen aus allen Ecken der USA an, was wir anhand der Kennzeichen erkennen können. Die farbigen Felsformationen in den Badlands (der Name stammt von den Ureinwohnern) erinnern uns sehr an die Gegend rund um Purmamarca und Tilcara in Nordargentinien; vielleicht stammen sie aus der gleichen erdgeschichtlichen Entstehungszeit?

Die „schwarzen Hügel“ sind ein Mittelgebirge ganz nach unserem Geschmack. Wir schwingen bei bestem Wetter durch die Kurven und genießen die atemberaubend schöne Landschaft. Auf unserem Rundkurs kommen wir auch am Mount Rushmore vorbei, in den die Konterfeis von vier US-Präsidenten gemeißelt sind. Wir haben dieses nationale Monument bereits vor drei Jahren besucht und betrachten es dieses Mal nur von der Straße aus.

Petrus meint es diese Woche nicht immer gut mit uns und wir erleben abends schwere Gewitter mit heftigem Wind. Natürlich immer dann, wenn wir zelten. Wir schaffen es noch, alles sturmfest zu verstauen, als sich die Himmelsschleusen öffnen und Hagel und Regen auf uns nieder prasseln. Die Campingplätze haben zum Glück einen Aufenthaltsraum, wo wir trocken sitzend das Gewitter abwarten.

 

Von den Black Hills geht es in den Yellowstone National Park. Dafür queren wir den Bundesstaat Wyoming und erreichen nach 570km die Cowboystadt Cody. Überhaupt findet man in Wyoming mit der unglaublichen Weite, dem dünn besiedelten Hügelland und den riesigen Rinderfarmen noch viel Westernromantik. Auch hier fühlen wir uns an Argentinien erinnert, nicht zuletzt wegen des unbarmherzig stark wehenden Windes, der uns in die Seite drückt.

Unsere Pläne, den Yellowstone NP von Nordosten aus zu durchfahren, fallen der Schneeschmelze zum Opfer, die Straßen überschwemmt und Brücken weggerissen hat. Also heißt es umkehren und doch von Cody aus den Osteingang in den Park zu nutzen. Das ist zwar ein Umweg von gut 200km, aber wir kommen dadurch in den Genuss, den fantastischen Bärenzahn-Pass zu fahren. In 3333m Höhe sind es grad mal noch frische 4°C, während im Tal 26°C auf uns warten. Wir sind begeistert von der schönen Landschaft!

Folgendes kleines Video zeigt ein paar Ausschnitte aus dieser fantastischen Gegend:

 

Unsere Reiseroute führt die nächsten Tage durch Montana und Idaho, wir wollen die sogenannte „Road to the Sun“ im Glacier Nationalpark fahren.

 

Zu den Bildern der letzten Tage geht es hier: USA – Durch die Prärie


zum nächsten Kapitel: USA - Nach Vancouver

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