Alser-On-Tour

Das südliche und zentrale Alaska

20.07. – 27.07.2011 Mopedreparatur in Anchorage und Besuch im Denali National Park


Alaskas Spitzname lautet „The Last Frontier“, was in etwa mit „die letzte Grenze“ übersetzt werden kann. In diesem Fall die Grenze zur unberührten, wilden Natur. Und davon gibt es in Alaska noch sehr viel, denn dieser riesige US-Staat wird nur von gut 700.000 Menschen besiedelt, ist aber dafür fast 5 Mal so groß wie Deutschland. Es gibt also viel Platz. 

Unsere ersten Alaskakilometer führen uns auf dem Alaska Highway nach Tok, wo wir uns bei Fast Eddy’s ein leckeres Burger-Mittagessen gönnen. Wir sind kaum 40km in südliche Richtung von Tok weggefahren, als Uli plötzlich Probleme an der F800 bemerkt. Eine erste Diagnose lässt uns befürchten, dass auch bei ihm der Generator defekt ist. Wir tauschen also die Batterien unserer Mopeds und stellen uns darauf ein, diese Prozedur ca. alle 90min wiederholen zu müssen. Annaleen lädt also die leer gefahrene Batterie auf, während Uli die geladene Batterie leer fährt (und wieder macht sich das Starthilfekabel bezahlt). So können wir den Weg nach Anchorage schaffen, um dort eine Werkstatt aufzusuchen. Die Situation kommt uns arg bekannt vor, denn die gleiche Geschichte haben wir schon vor zwei Monaten in Florida mitgemacht – allerdings war da die F650 der Patient.

400km vor Anchorage treffen wir an einer Tankstelle auf den Harley-Fahrer – und Secretary des Alaska Chapters – Rob, der uns nicht nur die Adresse einer Werkstatt gibt, sondern auch die des kostenfreien Campingplatzes beim Harley-Händler in Anchorage. Wir sind dankbar für die beiden Tipps.

Wir lassen Björn (der seit zwei Tagen mit uns fährt) zu einer kleinen Foto-Exkursion am Matanuska Gletscher zurück und fahren noch weiter, um uns eine Unterkunft zu suchen. Horrende Hotelpreise lassen uns weiter und weiter fahren. Es ist schließlich kurz vor Mitternacht, als wir in Anchorage hinter dem Harley-Davidson Gebäude unser Zelt aufschlagen. Hier fühlen wir uns von Anfang an wohl; ein ebener Rasenplatz und ein sauberer Waschraum, so muss das sein.

Wir bringen das Moped am anderen Morgen in die Werkstatt. Unsere schon vermutete Diagnose bestätigt sich: der Generator muss ersetzt werden. Auweia, das wird teuer. Die Ersatzteilbeschaffung, erzählt man uns, kann einige Tage dauern und wird mit hohen Lieferkosten verbunden sein; so sei das nun mal in Alaska. Das wollen wir nicht so recht glauben und suchen daher auf eigene Faust nach Alternativen. Inzwischen ist Björn wieder zu uns gestoßen und er vermittelt uns den Kontakt zu BMW in San Diego. Dort bestellt man uns umgehend die nötigen Ersatzteile, die wir tatsächlich binnen 48 Stunden mit vergleichsweise günstigen Transportkosten nach Anchorage geschickt bekommen. Also, es geht doch auch anders. Wir verbauen das Ersatzteil und das Moped läuft wieder.

Der Campingplatz ist übrigens ausschließlich für Motorradfahrer und so lernen wir einige gleichgesinnte Reisende kennen. Zum Beispiel Dan und Barbara aus Minnesota, mit denen wir einen netten und vor allem leckeren Fisch-Grill-Abend verbringen.

Die Wartezeit vertreiben wir uns u.a. mit den typischen kleinen Arbeiten, die im Reisealltag so anfallen. Zum Glück wird das Wetter immer besser und wir können einen Nachmittag einen Ausflug in einen großflächigen Tierpark südlich von Anchorage machen, wo wir uns Bären, Rentiere, Bisons und Moschusochsen aus allernächster Nähe anschauen.

So entspannend die Zeit auf unserem kleinen Campingplatz auch ist – wir freuen uns, nach vier Wartetagen am 22.07. wieder losfahren zu können. Unser Ziel ist der Denali-Nationalpark. Wird das sonnige Wetter halten und uns den Blick auf den oft in Wolken versteckten Mount McKinley ermöglichen?

Folgendes kurzes Video zeigt ein paar Fahreindrücke der Gegend:

 

Etwas nördlich vom Parkeingang bleiben wir drei Nächte bei Paul und Dana, mit denen wir über die sogenannte „Tent Space Liste“ eines Motorrad-Forums in Kontakt gekommen sind. Nicht nur dass wir in ihrer (inaktiven) Sauna trocken und warm schlafen können, die zwei helfen uns auch immens mit Tipps zu Unternehmungen in der Gegend. Leider ist das Wetter nicht so arg und wir machen nur einen kurzen Ausflug in den Nationalpark. Der höchste Berg Nordamerikas, der Mount McKinley, versteckt sich leider an beiden Tagen in den Wolken. Dafür machen wir an einem Nachmittag eine Rafting/Wildwasser Tour auf dem Nenana-Fluss.

Am 25.07. verabschieden wir uns vom Denali NP und fahren gemeinsam mit Björn nach Fairbanks, wo wir uns für die 800km lange Etappe nach Prudhoe Bay vorbereiten.

 

Zu den Fotos dieser Woche: USA - Anchorage


zum nächsten Kapitel: USA - Dalton Highway

Tagebuch Übersicht