Alser-On-Tour

Von West nach Ost durch die Türkei

17.06.-01.07.2012 Von Istanbul über Kappadokien und den Van-See an die iranische Grenze


Unser Aufenthalt in Istanbul verlängert sich unfreiwillig – und zwar von ursprünglich geplanten 3 auf insgesamt 12 Tage! Erst kam unser Päckchen nicht rechtzeitig an, dann mussten wir zu allem Übel auch noch Ulis geklauten Helm (mit der darin verbauten Funkanlage) ersetzen. Allein letzteres hat eine knappe Woche gedauert.

 

9 Tage aufzuholen und gleichzeitig an der gesteckten Route festzuhalten ist so gut wie unmöglich. Daher planen wir – mal wieder – um und lassen den westlichen Teil der Türkei mit Pamukkale und der lykischen Küste komplett aus, damit wir weiterhin die geplante Zeit von knapp 3 Wochen im Iran verbringen können.

Am 18.06. verlassen wir Istanbul über die Bosporus-Brücke und damit endgültig Europa! Wir schwingen uns auf die Autobahn und fahren via Ankara auf direktem Weg in die Region Kappadokien. Von unserem Camp in Göreme aus erkunden wir die Umgebung und bestaunen die vor langer Zeit in den Tuffstein gehauenen Wohnhöhlen und Kirchen. Die Natur hat es geschaffen, die Natur nimmt es sich auch wieder zurück – die Gebäude stürzen irgendwann zusammen und man kann schon jetzt bei manchen Siedlungen nur noch erahnen, welche Bauleistung dahinter gesteckt hat.

 

Seit Ankara in Richtung (Süd)Osten gibt es keine Autobahn mehr, der gesamte Fernverkehr zieht sich über die Landstraßen und durch sämtliche Ortschaften auf dem Weg. Entsprechend schlecht ist manchmal der Straßenzustand, wobei die vielen Baustellenabschnitte uns zeigen, dass am Straßenausbau gearbeitet wird.

Je weiter ostwärts wir gelangen, umso karger wird die Landschaft. Hier verirren sich nicht mehr viele Touristen her und uns fällt auch auf, dass wir abgesehen von einigen wenigen streunenden Hunden kaum (wilde) Tiere sehen. Wir trotzen den immer heißer werdenden Temperaturen von bis zu 37°C und spulen viele Kilometer ab. Unsere Pausen verbringen wir an Tankstellen, dem meistens einzigen Anlaufpunkt in dieser dünn besiedelten Gegend. Kaum rollen wir ein, sind wir schnell von einigen Interessierten umringt. Oft werden wir vom Tankwart zum Gläschen Tee oder/und Wasser eingeladen. Diese uns entgegengebrachte Freundlichkeit und sympathische Neugier gefällt uns und trotz Sprachbarrieren bekommen wir den Eindruck, dass unsere Gastgeber genauso viel Spaß an diesen Begegnungen haben wie wir.

Nach einem Zwischenstopp am Nemrut-Berg mit seinen vor über 2000 Jahren erschaffenen Götter-Statuen aus Stein überqueren wir die Flüsse Euphrat und Tigris und fahren weiter zum Van-See im Osten Anatoliens. Westlich des Sees schlagen wir für eine Nacht unser Zelt in der abgelegenen Wildnis an einem großen Vulkankratersee (ebenfalls namens Nemrut) auf. Das Panorama ist einfach fantastisch (Das Video reichen wir nach!). Außer einem freundlich grüßenden Hirten mit seiner Rinderherde sind wir ziemlich alleine und hier in 2500m Höhe herrscht absolute Ruhe – von zwei Gewitterschauern mit kräftigem Donnerhall mal abgesehen :-)

Der alltägliche Lärm und Wahnsinn hat uns am nächsten Tag wieder, als wir den Van-See auf seiner Süd- und Ostseite umfahren und die Stadt Van ansteuern, wo wir noch einige angefallene Dinge zu erledigen haben. Wie die meisten anderen Ortschaften/Städte hier in der Region finden wir auch Van recht "unordentlich" und dreckig. Es sind zwar immer wieder Renovierungen an Gebäuden zu sehen, in unseren Augen wird aber alles insgesamt etwas nachlässig behandelt. Nun ja, andere Länder, andere Sitten.

 

Unsere letzte Station in der Türkei ist Dogubeyazit, nahe der Grenze zum Iran. Die Stadt ist Ausgangspunkt für Expeditionen zum Ararat, auf dessen Gipfel sich der Legende nach die Überreste der Arche Noah befinden sollen. Leider verdecken dicke Wolken den Blick auf den über 5000m hohen Berg, so dass wir auch nicht die Theorie von Noahs Boot dort oben bestätigen können.

Bei „Murat Camping“ treffen wir zufälligerweise die Reisegruppe von „Oasis Overland“ aus England wieder, die wir vor vier Tagen in Karadut am Nemrut-Berg kennengelernt haben. Diese organisierte Tour führt mit zwei umgebauten LKW über einen Zeitraum von vier Monaten über Land nach Peking, mit einer ähnlichen Route wie wir durch Iran, Turkmenistan und Usbekistan. Es könnte also sein, dass wir uns unterwegs noch einmal treffen werden.

In den vergangenen 8 Tagen sind wir gut 2000km von Istanbul hierher gefahren und daher gönnen wir uns einen fahrfreien Tag auf Murats Campingplatz unterhalb vom Ishak Pascha Palast.

Am 01.07. müssen wir einen weiteren Regentag aussitzen, aber am 02.07. verabschieden wir uns von der Türkei und sind sehr gespannt auf Persien.

 

Zu den Fotos geht es hier: Türkei – Anatolien

 

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