Alser-On-Tour

In Chiles Haupt- bzw. Hafenstadt

24.01. – 30.01.2011: Städtetour nach Santiago de Chile und Valparaíso


Nach dem beschaulichen Badeort Pelluhue wirkt Santiago de Chile wie eine riesige, laute Metropole auf uns. Mit knapp 6mio Einwohnern wohnen hier immerhin gut 40% der Chilenen.

 

Da es viel zu besichtigen gibt, schließen wir uns einer Stadtführung an und erkunden den Innenstadtbereich zu Fuß. An einigen Gebäuden sieht man deutliche Schäden, die durch das schwere Erdbeben vom Februar 2010 entstanden sind. An der Kathedrale am Plaza de Armas ist eine Statue runtergefallen und viele Gebäude haben Risse in der Fassade.

 

Endlich kommen wir dazu, einige typisch chilenische Gerichte zu probieren. Zum Mittagessen gibt es den sogenannten „Completo“, eine Art Hot-Dog, der mit allerlei Salat und Sauce belegt wird. Zum Nachtisch gibt es das erfrischende „Mote con Huesillo“: Graupen und getrocknete Pfirsiche werden in einen Becher getan und das ganze mit Pfirsicheistee aufgefüllt. Das Ganze wird dann aus dem Becher getrunken bzw. gelöffelt. Beide Gerichte sind wirklich sehr lecker.

 

Aber wir sind ja nicht nur für touristische Zwecke hier, die Mopeds bekommen nach 13.000km in Südamerika die lange verdiente Inspektion. Der „Doktor Check“ verläuft erfolgreich; an den Maschinen ist soweit alles in Ordnung und wir bekommen sie sogar gewaschen zurück. :-)

 

In Santiago gibt es einen Harley-Davidson Dealer (den einzigen Händler in Chile), hier erstehen wir für Uli das obligatorische T-Shirt. Auch Touratech hat eine Niederlassung in Chile, wo wir ebenfalls freundlich begrüßt werden und einen netten Plausch abhalten.

 

Die Großstadt zeigt deutlich die zwei Gesichter des Landes. Wir sehen die gut gekleideten Geschäftsleute und direkt daneben die armen Einwohner, die sich entweder mit Betteln oder Straßenverkäufen von Esswaren, Elektrokleinteilen und sonstigem Nippes über Wasser halten müssen.

 

Uns fällt auf, dass es in Chile (gleiches hatten wir schon in Argentinien beobachtet) noch viele Jobs gibt, die in Deutschland automatisierten Prozessen zum Opfer gefallen sind bzw. aus Kostengründen von Maschinen übernommen wurden. Hier drei Beispiele:

Tankwart:

Der Tankwart füllt den Tank auffüllt, putzt noch die Scheiben und nimmt direkt das Geld entgegen.

Parkuhr:

Man sucht sich einen Parkplatz, bekommt von der menschlichen Parkuhr einen Zettel unter den Scheibenwischer geklemmt und zahlt die Gebühr nach Rückkehr an die Parkwächter.

Kleine Geschäfte:

In Tante-Emma-Läden sind mehr Leute beschäftigt als in unseren Augen auf ersten Blick unbedingt nötig. Jedoch hat jeder seine Position. Man wählt das gewünschte Produkt aus, ein Mitarbeiter holt es oder nimmt es entgegen und stellt einen Kassenzettel mit dem zu zahlenden Preis aus. Mit diesem Zettel geht es zur Kasse und man zahlt bei der Kassiererin. Um die Ware zu bekommen geht man mit dem von der Kassiererin abgestempelten Kassenzettel zur Warenausgabe. Es ist ein bisserl wie bei Ikea. Nur dass hier der Laden wenige Quadratmeter groß ist und man eigentlich bequem alles mit einer Person abfertigen könnte.

 

Am Mittwoch, 26.01., verabschieden wir nach sechswöchiger gemeinsamer Reise Annaleens Eltern am Flughafen in Santiago. Ab nun müssen die Mopeds wieder das Gepäck transportieren :-)

Wir bleiben noch zwei weitere Nächte in Chiles Hauptstadt, ehe wir am Freitag nach Valparaíso fahren. In der Villa Kunterbunt quartieren wir uns für zwei Nächte ein und bekommen das Turmzimmer mit super Ausblick über die Stadt an der großen Bucht. Neben uns sind derzeit noch zwei weitere Mopedreisende hier; der Italiener Franco hat seine zweimonatige Südamerika Reise beendet, während der Holländer Ben am Anfang seiner achtmonatigen Tour ist. Er hat an seiner Honda Transalp ein Surfbrett montiert und freut sich auf die Pazifikwellen.

An unserem „freien Tag“ unternehmen wir eine Stadterkundung auf eigene Faust. Eine Orientierung ist nicht so einfach wie in vielen anderen chilenischen Städten, denn Valparaíso ist auf über 40 Hügeln erbaut und dadurch sehr verschachtelt. Man muss zudem recht fit sein, um hier nicht ins Schnaufen zu kommen, da es ständig steil bergauf geht.

Man kann sich alternativ von den 16 Schrägaufzügen befördern lassen, um die Hügel zu erklimmen. Eine wirklich urige Art des Transportes. Wir fahren mit einem weiteren alten Transportmittel, dem sogenannten Trolebus. Dieser wird über elektrische Oberleitungen gespeist und ist somit im Vergleich zu den anderen Bussen oder Sammeltaxen recht umweltfreundlich.

Valparaíso ist vielseitig und auch hier liegen arm und reich nah beieinander. Die schicken Villen gibt es genauso wie viele baufällige, schäbige Hütten. Beeindruckend ist es in jedem Fall, wie die Häuser an die Steilhänge gebaut wurden.

 

Wir atmen tief die frische Meeresluft ein und genießen die angenehmen Temperaturen von 25°C, ehe wir uns am 30.01. auf den Weg über die Anden in das sehr heiße Mendoza machen.

Ein paar Eindrücke in "bewegten Bildern" haben wir in folgendem Video zusammengestellt:

 

 

Die Fotos dieser Woche findet ihr hier: Santiago und Valparaíso

 

zum nächsten Kapitel: Chile und Argentinien - Andenpässe I

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