Alser-On-Tour

Auftakt zum zweiten Teil der Weltreise

16.04.-22.04.2012: Auf direktem Weg von Immenbeck nach Zentralspanien


Am 16.04.2012 fällt der Startschuss für den Reise-Neustart. Die F800 hat einen neuen Motor bekommen und alle sonstigen Hindernisse, die uns vom Reisen abhielten, sind aus dem Weg geräumt.

Bei unserem ersten Abenteuerbeginn im November 2010 waren die Tage vor dem Abflug gefüllt mit den verschiedensten Arbeiten, die noch erledigt werden mussten. Dieses Mal fehlt uns so ein richtiger „Endspurt“. Es mag zum Einen daran liegen, dass wir genau wissen, was eingepackt werden muss, zum Zweiten sind wir die ersten Wochen in Mittel- und Westeuropa unterwegs und damit nicht „aus der Welt“.

Wir nehmen Abschied von Annaleens Eltern in Immenbeck, wo wir die letzten 6 Wochen vor der Abfahrt verbracht haben. Unsere erste Tagesetappe führt uns zu Firma Wilbers nach Nordhorn an der niederländischen Grenze; die F650 bekommt ein neues Federbein, weil das bisherige nicht hundertprozentig passte. Als wir anderntags vom Hof rollen, erlebt Annaleen ein völlig neues Fahrgefühl :-)

 

Beschwingt geht es durch das östliche Belgien und Luxemburg und wir erreichen abends Bastogne in Südbelgien. Hier wird es leider recht kühl und es zieht Regen auf. Das erinnert uns an unsere Zeit im bolivianischen Hochland, nur dass wir hier gut 4000m niedriger sind. Die triste Stadt hat nicht viel zu bieten außer der traurigen Berühmtheit, eine Schlüsselstellung in der Ardennen-Offensive im Dezember 1944 eingenommen zu haben. Zeugen dieser Zeit sind an jeder Straßenecke zu finden, zudem steht ein riesiges Kriegerdenkmal der Amerikaner vor der Stadt.

Damals in den ersten Tagen in Buenos Aires konnten wir seitenweise das Reisetagebuch füllen, nun verläuft die erste Reisewoche sehr unspektakulär. Das liegt u.a. an Natalie, die uns das Leben etwas schwer macht – das Atlantik-Tiefdruckgebiet schickt kräftigen Wind, dicke Regenwolken und kühle Temperaturen über die Benelux-Länder und Frankreich. So ändern wir schon am dritten Tag unsere Pläne und verzichten wetterbedingt auf die Besuche der Kriegsschauplätze in Bastogne und Verdun. Stattdessen durchqueren wir Frankreich auf der Autobahn und treffen zwei Tage später bei unseren Freunden Aurel und Marion in Toulouse ein. Es ist schön, die beiden in ihrem Zuhause zu besuchen und wir haben uns wie immer viel zu erzählen.

 

Am 22.04. erreichen wir mit Spanien das sechste Land seit der Reisefortsetzung, Westeuropa hat eben andere Distanzen zu bieten als Süd- oder Nordamerika :-)

Unser Ziel ist Madrid und das Haus von José und Pilar. Wie auch wir gehören die beiden zu einer zehnköpfigen Gruppe, die gemeinsam im September und Oktober China durchqueren wird. Beim Blick auf die Medaillen im Wohnzimmerschrank staunen wir nicht schlecht: José ist zweimaliger erfolgreicher Ralley-Dakar-Teilnehmer.

Als gute Touristen machen wir einen ausführlichen Stadtrundgang durch Madrid. Nach nur wenigen Minuten in der Innenstadt fühlen wir uns stark an Buenos Aires erinnert – nur der Straßenverkehr geht etwas geordneter und mit weniger Gehupe vonstatten. Die Mittagspause verbringen wir in einer kleinen Grünanlage vor dem Palacío Real, dem Sitz der Königsfamilie. Als wir wieder aufbrechen wollen, bemerken wir, dass sich mehr und mehr Polizeibeamte in Position bringen. Auf Nachfrage bei einem Polizisten verrät uns dieser recht geheimnisvoll, dass „bald jemand wegfahren wird“. Aha, na dann warten wir doch noch einen Augenblick. Am Ende ist aus dem Augenblick eine gute Stunde geworden, aber wir werden mit einem Winken des davonfahrenden Königspaares belohnt.

 

Nach zwei Tagen bei José und Pilar ziehen wir weiter Richtung Lissabon. Wir folgen Josés Empfehlung und fahren eine schöne Strecke durch die malerische Sierra de Gredos. Nach den vielen Autobahnkilometern machen die Kurven umso mehr Spaß:

 

 

Auf der Westseite geraten wir wieder in Regen und sehr starken Wind. Ist das hier Spanien oder Patagonien? An einer Tankstelle kurz vor Càceres treffen wir drei spanische Mopedfahrer und fragen sie nach den Wetteraussichten. Sie versichern uns, dass es für diese Jahreszeit ungewöhnlich schlechtes Wetter sei, normalerweise wäre es viel trockener und wärmer. Hm, den Satz hatten wir doch schon über Monate zwischen Feuerland und Alaska gehört…

 

Der Fotoapparat kam auch schon zum Einsatz, zu den Ergebnissen geht es hier: Neustart

zum nächsten Kapitel: Europa - Spanien und Portugal

 

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