Alser-On-Tour

Motorradparadies Südinsel

04.02.-10.02.2013 Über die Cook-Straße geht es auf die Südinsel, wo wir weiter Fahrspaß in toller Landschaft genießen.


Morgens halb zehn in Wellington – mit uns am Fähranleger warten noch ca. 15 weitere Mopeds, die ein paar Tage über die fantastischen Strecken auf der Südinsel flitzen wollen. Ansonsten ist nicht sehr viel los an diesem Samstag. Die anderen Fahrzeuge sind entweder größtenteils Urlauber (gut zu erkennen an den Camperwagen verschiedener Couleur) oder LKW, die Fracht und Nutztiere auf die Südinsel bringen. Hoffentlich sind die Schafe alle seefest!

Nach dreistündiger Überfahrt haben wir die 92km lange Strecke durch die Cook-Straße geschafft, zum Glück bei sehr ruhiger See und tollen Ausblicken in den Marlborough Sounds auf den letzten Kilometern nach Picton. Wir fühlen uns bei letzteren stark an die fjordähnliche Inside-Passage in Westkanada erinnert, die wir im Sommer 2011 von Vancouver Island nordwärts durchfahren haben.

Kurz hinter Picton legen wir uns in die unendlich vielen Kurven der großartigen Küstenstraße, die uns nordwestwärts via Nelson nach Motueka bringt.

Von hier aus unternehmen wir einen Tagesausflug bis fast an den nördlichsten Punkt der Südinsel. Die Strecke führt uns durch den wunderschönen Abel-Tasman-Nationalpark, der nach dem holländischen Seefahrer benannt wurde, der hier 1642 als erster Europäer neuseeländischen Boden betrat.

In Motueka verbringen wir zwei Tage länger als geplant, denn wir erwischen den ersten kräftigen Regen seit unserer Ankunft in Neuseeland. Zum Glück hat dieser Campingplatz einen geräumigen Aufenthaltsraum, in dem man den Regen wunderbar aussitzen kann.

Bald ist uns Petrus wieder gnädig und beschert uns bestes Fahrwetter auf dem Weg südwestwärts. An der Westküste müssen wir uns jedoch den Pullover unter die Jacke ziehen, da ein sehr frischer Wind weht. Die Sonne brennt und im Schatten bzw. im Wind kühlt es dann rasch wieder ab. Dieses Video zeigt einen kleinen Einblick auf die schönen Strecken, die wir hier vorfinden:

 

Auf halber Strecke zwischen den Küstenorten Westport und Greymouth stoppen wir an den „Pancake Rocks“ – so genannt, weil die vor 30mio Jahren übereinander geschichteten Ablagerungen von Kalksedimenten und Mineralien aussehen wie aufeinander gestapelte Pfannkuchen. Die starke Brandung höhlt das Gestein kontinuierlich aus, drückt sich durch enge Löcher und kreiert so interessante Formationen, die man über einen gut ausgebauten Rundweg aus naher Distanz betrachten kann.

Bisher haben wir noch nicht viele andere Mopedfahrer getroffen, hier an der Westküste begegnen wir nun so einigen anderen Bikern. Aber wir bleiben die einzigen mit ausländischem Kennzeichen. Ob es sich bei den neuseeländischen Nummernschildern um Einheimische oder Mietmopeds für Touristen handelt, ist im Vorbeifahren nicht zu erkennen. 

 

Nach den Pancake Rocks ist unser nächstes Ziel der Franz-Josef-Gletscher im Westland-Nationalpark. Nach einer vorübergehenden Wachstumsphase in den 1980er und 1990er Jahren schmilzt der Gletscher wieder. Uli hat bei seinem Besuch hier vor 8 Jahren ca. 30min laufen müssen zum Gletscherbeginn; heute benötigen wir 45min.

Benannt wurde der Gletscher übrigens durch den deutschen Geologen und Forscher Julius von Haast, der auch Namensgeber des kleinen Küstenortes Haast und des Haast Passes ist. Hier tanken wir kurz auf und machen uns dann auf die Suche nach einem Platz für unser Mittagspicknick. 12km südlich von Haast, mitten im Nirgendwo, ist es mit der Aussicht auf eine gemütliche Mittagspause vorbei: Ulis Moped sackt um einige Zentimeter nach unten und wir halten mit einer bösen Ahnung umgehend an. Ein Blick genügt: der Stoßdämpfer ist gebrochen. Auch das noch! Es wäre ja zu schön gewesen, wenn die verbleibenden Motorradkilometer auf unserer Reise problem- und schadensfrei verlaufen wären.

Was tun? Auf leeren Magen lassen sich nicht gut Entscheidungen treffen und wir packen erst einmal Brot, Käse und Gurken aus. Es erscheint uns am sinnvollsten, nach Haast zurück zu fahren und dort nach einer Werkstatt bzw. einem Abschleppdienst zu fragen, denn hier am Straßenrand können wir nicht lange stehen bleiben. Es ist Freitagmittag. Der nächst größere Ort ist Wanaka, 130km südlich von hier. Wir packen beide Mopeds ab, Uli macht sich mit der F650 auf den Weg zurück nach Haast und Annaleen bleibt bei der F800 und dem ganzen Gepäck.

Hoffentlich lässt sich der Schaden schnell beheben!

 

Zu den Fotos dieser Woche geht es hier: Neuseeland - Die Westküste der Südinsel

Zum nächsten Kapitel: Neuseeland - Der Süden der Südinsel

 

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