Alser-On-Tour

Von Wellington an das East Cape

25.02.-10.03.2013 Auf den Spuren der Hobbits finden wir neue Gefährten und erreichen den östlichsten Punkt unserer Reise


Nach einer schönen viertägigen Fahrpause in Christchurch geht es in großen Schritten nordwärts. Allerdings nicht auf dem direkten Weg entlang der Küste, denn wir queren im Binnenland noch einmal die Southern Alps über den Arthur’s hin bzw. zurück über den Lewis Pass. Der Arthur’s Pass ist mit 920m ü.N.N. die höchste Passhöhe, die die Südalpen überquert. Der Lewis Pass folgt an zweiter Stelle mit 864m. Aus anderen Kontinenten sind wir natürlich ganz andere Höhen gewöhnt; interessant ist der Streckenverlauf dennoch, denn die beiden Passstraßen winden sich in vielen Kurven über die Berge.

 

Wie vor 4 Wochen haben wir auch dieses Mal bei unserer Querung der Cook-Strait bestes (ruhiges) Seewetter. Da freut sich der Magen. Am folgenden Tag schauen wir uns Wellington, Neuseelands beschauliche Hauptstadt an.

Ein Ziel ist das Nationalmuseum „Te Papa“. Der Name aus der Maorisprache bedeutet in etwa „Der Ort der Schätze dieses Landes“. Ein sehr passender Name, denn hier geht es in sehr anschaulichen Ausstellungen u.a. um die Geschichte, Kultur und Natur Neuseelands. Weiterhin besuchen wir Weta-Workshop, wo die Spezialeffekte der Herr-der-Ringe Trilogie, des „Hobbits“ und vieler anderer Filme entstanden sind. Hier treffen wir nicht nur Gandalf und Gollum, sondern auch zwei neue Bekannte: die WotWots. Schnell ist beschlossen: sie werden mit uns nach Deutschland kommen und freuen sich schon jetzt auf ihr neues Zuhause bei unserer kleinen Nichte Elisa.

 

Von Wellington fahren wir über Martinborough und Masterton auf der Route 52 nordwärts. Diese kleine Nebenstrecke ist mit ihren vielen Kurven fahrerisch ein Genuss. Kurz vor Waipukurau kommen wir schließlich am Ort (ein Hügel) mit dem längsten Namen der Welt vorbei, den wir bereits in unserem ersten Neuseelandbericht erwähnten. Fehlerfreies Aufschreiben oder Aussprechen so gut wie ausgeschlossen.

Nach einer Nacht im wenig interessanten Hastings geht es über Napier (der Art-Deco-Stadt, die nach einem verheerenden Erdbeben 1931 völlig neu aufgebaut wurde) auf dem State Highway (SH) 2 nach Gisborne. Gisborne rühmt sich übrigens als die Stadt in Neuseeland, die als erstes morgens die Sonne sieht. Warum? Weil sie die am östlichsten gelegene Stadt in Neuseeland ist.

 

Von Gisborne aus starten wir die Umrundung des East Capes. Am 04. März 2013 ist es schließlich soweit: wir erreichen den östlichsten Punkt unserer Reise. Wir befinden uns auf 178 östlicher Länge und haben damit 187 Längengrad Ost und etwa 40.000km seit dem 27.04.2012 in Cabo da Roca zurück gelegt. (Eine genaue Statistik wird es übrigens am Reiseende geben; im Laufe der Reise haben wir natürlich viele Zahlen und Daten gesammelt.)

Am East Cape selbst gibt es erstaunlicherweise keine gesonderte Markierung zu diesem besonderen Punkt, sondern nur einen schlecht erreichbaren Leuchtturm auf einem Hügel. Etwas enttäuscht drehen wir wieder um und fahren auf der holprigen Schotterstraße die 20km zurück auf die Hauptstraße im Örtchen Te Araroa. Weiter geht es auf dem SH 35 entlang der Küste nach Opotiki und am anderen Tag nach Rotorua.

Etwas südlich von Rotorua biegen wir auf den SH 38, der uns durch den Te Urewera-Nationalpark führt. Gut 100km der Strecke ist Naturstraße, die zumeist aus grobem Schotter besteht. Das ist kein allzu großer Fahrspaß; zudem ist die Aussicht etwas eingeschränkt, weil wir über weite Teile durch Wald fahren und nichts von der herrlichen Landschaft sehen.

 

Vor einigen Wochen hatten wir eine Email vom Neuseeländer Arne bekommen, der in Tauranga an der Ostküste wohnt. Er ist ein Bekannter unserer Freunde Hanka und Erik und ist über die zwei auf uns aufmerksam geworden. Er lädt uns ein, ihn und seine Frau Ilse zu besuchen. Auf unserem weiteren Weg nordwärts fahren wir zu den beiden. Ihr Haus liegt ca. 25km südlich von Tauranga, inmitten der Einsamkeit der Hügellandschaft. Die Ausblicke auf die Stadt und die Küste unter uns sind atemberaubend. Auch fällt uns die unglaubliche Ruhe auf. Hier hört man keinerlei Verkehrslärm – die Stille ist ein Genuss. Apropos Genuss: wir bleiben über Nacht bei Arne und Ilse und genießen es, mal wieder auf einer Bettmatratze zu schlafen. Nach mittlerweile 6 Wochen in Neuseeland ist dies erst die 5. Nacht , die wir nicht im Zelt schlafen. Keine Campingküche und keine Gemeinschaftsbäder – eine schöne Abwechslung für einen Abend.

Am Freitagnachmittag fahren wir an Auckland vorbei und spüren schon den ersten Schwung des Feierabend-/Wochenendverkehrs. Das schöne Sommerwetter lockt die Städter raus an die Küste, wir sehen es an den sehr vollen Campingplätzen im Umkreis von Auckland.

 

Die letzte Fahrwoche in Neuseeland liegt nun vor uns. Am kommenden Freitag packen wir die Mopeds in Auckland in ihre Transportkisten. Bis dahin werden wir noch zum nördlichsten Punkt in Neuseeland, an das Kap Reinga fahren.

 

Zu den Fotos geht es hier: Neuseeland - Die Ostküste der Nordinsel

Zum nächsten Kapitel: Neuseeland - Der Weg zurück

 

Tagebuch Übersicht