Alser-On-Tour

Warten auf den Stoßdämpfer und Besuch in Christchurch

18.02.-24.02.2013 12 Tage vergebliches Warten auf den Stoßdämpfer aus Deutschland, schnelle Abhilfe aus Neuseeland und schließlich die Weiterfahrt nach Christchurch


Es ist über eine Woche vergangen und wir warten noch immer auf den Stoßdämpfer aus Deutschland. Ein Anruf bei DHL Neuseeland am Montagmorgen bringt keine neue Erkenntnis, wann das Paket durch die Zollkontrolle kommen wird. Wir sind stocksauer und frustriert; am meisten jedoch darüber, dass man in so einer Situation völlig machtlos ist. So langsam wird es zeitlich eng, da wir unsere Route so ausführlich fahren wollen wie möglich. In nicht mal mehr vier Wochen werden wir die Mopeds in Auckland auf die Heimreise schicken und vor uns liegen noch einige tausend Kilometer Strecke. 

Am späten Montagnachmittag kommt bei einem unserer zahlreichen Telefonate mit DHL endlich Licht ins Dunkle. Aufgrund eines vom DHL-Express Mitarbeiters in Deutschland fehlerhaft angegebenen Warenwertes stockt die Verzollung. Uns fällt fast der Hörer aus der Hand. Warum hat das niemand am letzten Donnerstag gewusst und uns informiert?? Es dauert fast eineinhalb Stunden, bis wir die Call-Center Mitarbeiterin (inzwischen sind wir zu einer Vorgesetzten weitergeleitet worden) davon überzeugt haben, dass der Wert von 999EUR, der vom DHL Mitarbeiter auf dem Packschein vermerkt wurde, absolut überzogen und falsch ist. Erneut weisen wir darauf hin, dass sämtliche Informationen inkl. korrekten Warenwertes in unserem vorbereiteten Begleitschreiben am Paket dran heften. Warum schaut da keiner rein? Man verspricht uns, die Infos an die Verzollungsabteilung von DHL weiterzuleiten. Heute wird aber nichts mehr passieren, es ist mittlerweile nach 17 Uhr und Feierabend beim Zoll.

Dienstagmorgen und unser erster Anruf gilt wieder einmal DHL. Bei Nennung unseres Namens und der Paketnummer werden wir umgehend an die Vorgesetzte von gestern weiter verbunden. Wahrscheinlich leuchtet schon eine rote Warnleuchte auf, wenn unsere Telefonnummer im Display erscheint :-)

Sie leitet uns – endlich! – an den Mitarbeiter der Zollabteilung weiter. Na bitte, geht doch. Wir können nach kurzer Diskussion den Mann überzeugen, am Paket nach unserem Begleitschreiben zu schauen. Und siehe da, er findet es und verspricht, mit diesen Angaben die Verzollung einzuleiten. Wann jetzt die Lieferung erfolgt, hänge aber vom Zoll ab und er windet sich, eine Zusage zum Lieferzeitpunkt zu machen. Uns reicht es jetzt und wir nageln ihn fest: Wenn die Verzollung jetzt gemacht ist, wird das Paket am nächsten Mittag bei uns eintreffen? Seine Antwort lautet: Nein.

 

Und dies ist der Punkt, an dem wir das ganze Drama stoppen. Es ist unfassbar, dass ein teuer bezahlter Express-Versand nicht über Nacht von Auckland nach Wanaka kommt. Wir haben jetzt 10 Tage gewartet und sind nicht bereit, noch länger den leeren Versprechungen von DHL zu glauben. Zudem sind wir am Donnerstag in Christchurch zum Abendessen verabredet. In der Zwischenzeit haben wir einen gebrauchten Stoßdämpfer über einen Händler auf der Nordinsel aufgetrieben (leider wurden wir dieses erst gewahr, nachdem unser Paket Deutschland bereits verlassen hatte) und er sagt uns eine Lieferung bis zum nächsten Tag zu. Ein weiteres Mal rufen wir bei DHL an, diesmal in Deutschland, und legen eine Beschwerde über diese Schlamperei ein. Unser Fall wird an die Schadensabteilung weiter geleitet, binnen 3 Tagen wird man sich mit einem Vorschlag zur Erstattung bei uns melden. ;-)

Mittwochmittag 12.00 Uhr biegt der rote Transporter von NZ Couriers auf den Campingplatz ein und liefert den Stoßdämpfer aus New Plymouth. Wir besorgen uns unseren Mietwagen und fahren die 130km zur Werkstatt nach Haast, wo die F800 geschlagene 12 Tage gestanden hat. Binnen 45min ist der Stoßdämpfer eingebaut und wir machen uns auf den Rückweg nach Wanaka. Es hätte alles so einfach und schnell gehen können...

 

Am Donnerstag liegt eine lange Etappe über 430km nach Christchurch vor uns. Hier verbringen wir die folgenden 4 Tage bei Rieke, Jan und ihren beiden kleinen Söhnen. Jan hat mit Annaleen zusammen die Berufsausbildung in Bremen gemacht, und das letzte Mal haben sie sich vor 13 Jahren gesehen. Natürlich gibt es viel zu erzählen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und die Tage vergehen wie im Fluge. Am Samstag feiern wir den 1. Geburtstag vom kleinen Max und der Garten ist voll mit spielenden Kindern. Wenn es bei uns mal so weit sein sollte, dann wissen wir ja nun, was uns da bevor steht :-)

Das Sightseeing in Christchurch fällt sehr kurz aus. Die Stadt ist schwer getroffen von zwei verheerenden Erdbeben vor zwei bzw. zweieinhalb Jahren. Die Innenstadt ist weitreichend zerstört, noch immer liegen viele Gebäude in Trümmern. In den Straßen klaffen Löcher oder sie sind aufgeworfen. Gebäude, die noch stehen, haben tiefe Risse und sind in der Substanz verzogen. Ganze Stadtteile sind evakuiert und als unbewohnbar erklärt worden, hier fühlt man sich bei der Durchfahrt wie in einer Geisterstadt.

 

Am Montagmorgen ziehen wir weiter, am Mittwoch wollen wir die Fähre zurück auf die Nordinsel nehmen. Wie schön die Strecke dorthin ist, zeigt dieses Video:

 

Ein paar Fotos gibt es von dieser Woche natürlich auch: Neuseeland - Christchurch

Zum nächsten Kapitel: Neuseeland - Ostküste der Nordinsel

 

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