Alser-On-Tour

Vom Dschungel in den Himalaya

08.10.-14.10.2012 Buddhas Geburtsort, Höhenflüge nahe der Annapurna und viel Getümmel in Nepals Hauptstadt


Die 10km lange Staubstrecke von unserer Dschungelunterkunft am Bardia Nationalpark bringt uns nicht nur zurück an die Hauptstraße sondern auch in die Zivilisation nach drei entspannten und angenehmen Tagen in der Abgeschiedenheit. Wir genießen die Fahrt auf der guten Asphaltstraße und freuen uns, dass wir endlich auch mal wieder links und rechts der Straße schauen können ohne gleich Gefahr zu laufen, dass wir ein uns auf unserer Spur entgegenkommendes Fahrzeug übersehen.

Rund um die Stadt Butwal wird es dann aber auch in Nepal verkehrstechnisch etwas chaotisch, da hier viele Fahrzeuge unterwegs sind und übliche Verkehrsregeln einfach nicht eingehalten werden. Unsere heutige Etappe führt uns nahe an die indische Grenze im Süden, nach Lumbini. Es ist der Geburtsort von Prinz Siddharta Gautama, besser bekannt als Buddha.


Wir besichtigen das heilige Areal rund um Buddhas Geburtsstätte, wo viele Staaten ihre eigenen buddhistischen Tempel errichtet haben. Auch Deutschland, hat einen farbenprächtigen Tempel mit einem wunderschön gestalteten Garten erbaut. Die Anlage ist gut gepflegt, genauso wie wir es uns von unserem Heimatland gewohnt sind :-)

 

Ansonsten hat Lumbini nicht viel zu bieten, so dass wir am nächsten Tag nach Pokhara aufbrechen. Nördlich von Butwal beginnt eine schöne Kurvenstrecke durch das Hügelland; die vegetationsreiche und grüne Umgebung erinnert uns sehr an Kolumbien und wir fahren beschwingt in das Mekka der Trekkingtouristen dieser Welt. Pokhara, mit 250.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes, ist ein beliebter Ausgangspunkt für Trekkingtouren am nahen Annapurna-Massiv. Die Stadt liegt idyllisch am Fewasee, wo ein Gästehaus neben dem nächsten steht und sich Souvenirshops neben Restaurants und Reiseagenturen aufreihen und um die Gunst der vielen Touristen buhlen.

Die naturgeografische Vielfalt Nepals gefällt uns sehr gut. Nach den Tagen im Dschungel des Tieflandes genießen wir es nun, wieder in den Bergen zu sein. An einem unserer drei Tage hier gönnen wir uns einen einstündigen Paragliding-Flug über Pokhara. Die Gegend aus der Vogelperspektive zu betrachten ist ein spektakuläres Erlebnis. Leider ziehen wieder Wolken einen dichten Vorhang vor die Annapurna und den markanten 6997m hohen Machhapuchhre (wörtlich übersetzt bedeutet der Name „Fischschwanz“), aber das tut dem Spaß keinen Abbruch. Auch ein paar Adler finden die Vögel mit dem komischen bunten Flügel amüsant und kreisen mit uns um die Wette.

 

Am Sonntag, den 14.10.2012, fahren wir von Pokhara nach Kathmandu und absolvieren damit unsere letzte Tagesetappe auf dem indischen Subkontinent, ehe die Mopeds und wir die Reise nach Bangkok antreten. Je näher wir der Hauptstadt kommen, desto schlechter wird der Straßenzustand – und das auf der Hauptverbindungsstrecke zwischen den beiden größten Städten Nepals. Bei der schweren und kontinuierlichen Blechlawine, die sich über die Hügel quält, ist die Schlaglochpiste nicht wirklich verwunderlich…

Wie in allen großen Städten haben wir auch in Kathmandu ein Quartier vorgebucht, um uns den Stress im Großstadtgewirr zu ersparen. Unser Hotel liegt in einer der unzähligen engen Gassen im quirligen und touristischen Viertel Thamel. Hier treffen wir unseren finnischen Freund Marko und die Polen Maciej und Lucasz wieder, die ihre Mopeds gemeinsam mit unseren nach Bangkok verfrachten werden.

 

Ehe wir uns um das Verladen der Mopeds kümmern, haben wir zwei Tage Zeit für das touristische Programm. Wir erkunden die Stadt zu Fuß, was sich angesichts des permanenten Verkehrsgewühls als sinnvoll erweist. Neben dem Durbar-Platz ist das Wahrzeichen der Stadt der buddhistische Swoyambhunath-Tempel, der den Beinamen Affen-Tempel trägt. Am Fuße des Tempelhügels sehen wir den Grund für den Beinamen. Dutzende von Affen tummeln sich hier und warten auf Fütterung durch die Menschen. Und wenn es ihnen nicht schnell genug geht, organisieren sich die schlauen Kerle ihre Nahrung einfach selbst. Wir können so schnell gar nicht reagieren, als einer der Affen an Ulis linkes Bein springt und versucht, die Kekspackung aus der Hosentasche zu greifen. Bei einem anderen Touristen beobachten wir, wie ein Affe ein ganzes Brot aus dem Rucksack zieht. Ja, hier muss man alle Taschen geschlossen halten.

Am folgenden Tag schwingen wir uns auf die F800 und machen einen Tagesausflug ins Umland. Wir müssen dem Lärm und der Enge der Großstadt für ein paar Stunden entfliehen. Im 40km entfernten Örtchen Nagarkot erhoffen wir uns einen Blick auf die Mt. Everest Region, aber es hängt ein Dunstschleier davor. Schade, wir sind gar nicht weit weg vom höchsten Berg der Welt.

 

Zu den Fotos geht es hier: Nepal

Zum nächsten Kapitel: Kathmandu nach Bangkok

 

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