Alser-On-Tour

Im chilenischen Seengebiet und am Pazifik

16.01. – 23.01.2011: Vom chilenischen Seengebiet geht es über den Pazifik nach Santiago de Chile


Auf dem Abschnitt der Carretera Austral hatten wir das Gefühl von Abenteuer und sie hat uns  trotz Regenwetters an zwei halben Tagen sowie streckenweisem schlechten Straßenzustand sehr gut gefallen. Nun geht es für zwei Tage wieder mal durch Argentinien und wir steuern San Carlos de Bariloche an.

 

Bariloche ist ein Schweizer Bergdorf außerhalb der Alpen, es gibt Bernhardiner und Schokolade überall. Wir gönnen uns den totalen Zuckerschock im Café Mamuschka und genießen heiße Schokolade und ein schokointensives Stück Kuchen. Danach ist der Mittagshunger bis zum Abend gestillt und mancher Magen wünscht sich einen Schnaps :-)

 

Da es noch früh am Tag ist, beschließen wir den nächsten Grenzübergang in Angriff zu nehmen, damit wir ein Nachtquartier in Chile beziehen können.

 

Je näher wir Richtung Berge kommen, desto schlechter wird das Wetter. Erst ziehen wir den Nässeschutz als Kälteschutz an, bald drauf brauchen wir ihn auch gegen Regen.

Die Straße über den Pass ist super. Leider können wir weder die Berglandschaft noch die Strecke genießen, da die Wolken sehr tief hängen und es zeitweise Regnet.

 

Am Grenzübergang Paso International Cardinal Samoré schüttet es wie aus Kübeln bei kühlen Temperaturen, aber die Zöllner lassen uns ungerührt das Gepäck auspacken, um zu kontrollieren, dass wir ja keine frischen Lebensmittel nach Chile einschmuggeln. Gut, dass sie immer nur das Gepäck kontrollieren. So kann man unbemerkt drei Apfelsinen in der Jackentasche lassen :-)

 

Nach einem Übernachtungsstopp am Lago Puyehue 60km vor Osorno fahren wir am 20.01. in den Großraum Villarrica, wo wir drei Nächte bleiben werden. Wettergott Petrus meint es leider wieder nicht gut mit uns, wir bekommen den Vulkan Villarrica zwei Tage nicht zu sehen. Unser Alternativprogramm zur Vulkanbesteigung besteht aus administrativen Aufgaben und einem Besuch der Termas Los Pozones. Erst am Abreisetag leuchtet die Sonne den Vulkan Villarrica vom wolkenlosen Himmel an und wir kommen noch zu den erhofften Fotos.

 

Annaleens Reifen macht erneut schlapp. Auf der Autobahn geht plötzlich die Luft aus dem Vorderreifen. Anscheinend hat auch die zweite Reparatur nichts getaugt. Zum Glück sind wir direkt am Ort Collipulli (wird hier Oberbekleidung für eine Hunderasse hergestellt?) und finden eine Vulcanizacion direkt an der Autobahnabfahrt. Hier hat man auch schon mal einen Mopedreifen repariert, denn die Jungs gehen fachmännisch mit Felge und Bremsscheibe um.

 

Um einen weiteren Plattfuß zu verhindern, beschließen wir, einen Schlauch einzuziehen. Da wir keinen passenden dabei haben (schließlich hat die 650er Gussfelgen), fährt Uli mit dem Werkstattchef in die Stadt zu einem Fahrradladen. Der Inhaber kommt extra aus der Mittagspause und verkauft uns einen passenden Motorradschlauch. Nach einer Stunde verlassen wir mit aufgepumptem Reifen das Gelände.

 

Das gute Wetter begleitet uns bis an den Pazifik, so dass wir nach und nach die warmen Klamotten wegpacken können. Im Badeort Pellhue beziehen wir für weitere drei Nächte Quartier und setzen das Entspannungsprogramm fort. Nach der Strecke von El Calafate bis Zentalchile binnen 10 Tagen über ca. 4000km mit hohem Schotteranteil und patagonischem Wind genießen wir die fahrfreie Zeit.

 

Am Pazifik feiert Uli den ersten Geburtstag der Reise. Es gibt Geburtstagstorte von „Omas Kuchen“ und einen Ausflug zu einer kleinen Seelöwenkolonie.

 

Die folgende Fahretappe bringt uns am 23.01. nach Santiago. Wir fahren die Küstenstraße nach Norden und kommen an den Dünen von Putú etwas nördlich von Constitución vorbei. Hier hat man das Gefühl von Wüste, denn die Sanddünen erstrecken sich auf einer Länge von 20km und einer Breite von bis zu 3km.

 

Die verbleibenden 180km bis Santiago legen wir auf der Autobahn zurück, wobei man sich diese nicht wie unsere deutschen Autobahnen vorstellen darf. Hier fahren auch Fahrräder oder Mähdrescher und es stehen Verkaufsbuden links und rechts der Fahrbahn, wo bei uns der Standstreifen wäre. Zudem überqueren sowohl Menschen als auch Tiere gerne die Fahrbahn.

 

Santiago begrüßt uns mit kuschelig-warmen 33°C. Wie man sein Moped sicher unterstellt, seht ihr im folgenden Video:

 

 

Wir werden fünf Tage in Santiago bleiben, denn hier bekommen unsere Mopeds die erste Inspektion.

 

Wie immer am Schluss gibt es den direkten Link zum Fotoalbum: Mittelchile

 

zum nächsten Kapitel: Santiago und Valparaiso

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