Alser-On-Tour

Von Osh an den Issyk-Kul See

27.08.-02.09.2012 Fantastische Täler, Bergstrecken und Hochebenen zwischen Osh, Son-Kol See und Issyk-Kul See


Die vergangenen zwei Wochen haben wir Heimaturlaub mit allem erdenklichen Luxus wie fließend warmen und kaltem Wasser, Elektrizität, gutem Essen sowie Familie und Freunden gemacht. Besonders wird uns der 24.08. in Erinnerung bleiben, an dem wir uns vor dem deutschen Staat sowie Familie und Freunden das Ja-Wort gegeben haben.

Am Montagmittag verabschieden wir uns von Deutschland am gut aufgeräumten und organisierten Hamburger Flughafen, 12 Stunden später hat uns die nackte Realität in Kirgisien wieder. Oh wir haben das ständige Gehupe und den chaotischen Straßenverkehr überhaupt nicht vermisst.

In Osch ziehen wir unsere mitgebrachten neuen Reifen auf, gönnen unseren Mopeds eine ausgiebige Wäsche und machen uns am nächsten Tag auf den Weg nach Norden. Kurz hinter Jalal-Abad verlassen wir die Hauptstraße M41 und fahren in ein schönes Seitental nach Aslanbob, wo wir uns über das örtliche Tourismusbüro eine Übernachtung bei einer Gastfamilie vermitteln lassen. Das Familienoberhaupt war mit der sowjetische Armee in der DDR stationiert und später von Beruf Deutschlehrer gewesen – das ermöglicht uns eine gute Unterhaltung und Einblick in das kirgisische Familienleben.

Uns bleibt noch genau eine Woche Zeit, Kirgisien zu erkunden, ehe wir uns am Treffpunkt für die China-Passage einfinden wollen. Daher ziehen wir weiter nordwärts auf der Hauptstraße zum Toktokul-Stausee. Bei einer Tee-Pause am Straßenrand kommen der Finne Marko und das amerikanische Ehepaar Si und Jeff, die zu unserer China-Gruppe gehören, angebraust und wir ziehen ab sofort gemeinsam weiter.

 

Eine der schönsten Etappen bringt uns durch das Suusamyr-Tal und ein kleines Seitental zum Song-Kul See, nach dem Issyk-Kul der zweitgrößte See Kirgisiens. Die Landschaft ist einfach großartig und wir könnten permanent für Fotoaufnahmen anhalten. Zum Ende des Tals wird die Schotterstraße immer enger und führt schließlich auf eine Passhöhe von 3340m. Vor uns öffnet sich wieder die Landschaft und wir blicken auf die fantastische, baumlose Hochebene mit dem Song-Kul See. Wir kommen an einigen Jurten vorbei, von denen einige bereits abgebaut werden. Die kurze Sommersaison der Nomaden hier oben geht langsam zu Ende. Neben einem Jurten-Camp für Touristen auf 3300m über NN schlagen wir unsere Zelte auf. (Warum? Habt ihr schon einmal versucht, in einer baumlosen Hochebene einen Platz zum Pinkeln zu finden?) Während der Nacht sind wir froh über unsere warmen Schlafsäcke. Wie kalt es war zeigt am anderen Morgen die dünne Eisschicht auf unserem Abwaschwasser :-)

Ein paar Eindrücke dieses tollen Landes zeigt folgendes Video:

 

Es geht weiter Richtung Issyk-Kul See. Schnell vorwärts kommen wir heute aber nicht, denn wir treffen auf unserem Weg talwärts immer wieder auf Fahrradfahrer und wir halten gerne für einen kleinen Plausch und Informationsaustausch an. Kurz vor der Hauptstraße kommt uns ein großes Moped entgegen – es ist der Italiener Marco, der ebenfalls kommende Woche mit uns durch China fahren wird. So langsam treffen alle Teilnehmer in der Region ein. 

Die Straße auf der Südseite des Issyk-Kul ist vergleichsweise langweilig, aber wir sind nach der reizvollen Strecke zum und vom Song-Kul auch verwöhnt :-) Im Örtchen Barskaun suchen wir vergeblich die Pension „Shepherd’s Way“, die uns von Marco empfohlen wurde. Am Ortsende halten wir ein entgegenkommendes Auto an und fragen den Fahrer, ob er wüsste wo sich diese Unterkunft befindet. Er weiß es und führt uns hin, denn er ist der Besitzer der Pension!

 

Seine Frau und er sprechen sehr gut Englisch und erzählen während des gemeinsamen Abendessens in der Jurte viel von ihrem Land. Von der Zarenzeit, als Zentralasien noch ein einheitliches Turkistan war, über die Sowjetzeit bis hin zu den Grenzkonflikten und Schwierigkeiten zwischen den ethnischen Gruppen nach der Unabhängigkeit haben die „-stan-Staaten“ turbulente Zeiten durchlebt.

Leider bereitet das Moped von Jeff und Si einige Probleme, es ging auf den letzten Kilometern immer wieder während der Fahrt aus. Ohne jetzt zu negativ zu klingen – es handelt sich um eine F 800. Wir drücken die Daumen, dass die erfolgte Reparatur im Garten der Pension auch wirklich das Problem endgültig behoben hat. Die beiden fahren wie geplant nach Bishkek, während wir zusammen mit Marko weiter ostwärts entlang des Issyk-Kul nach Karakol fahren. Hier werden wir die Strecke ausloten, die wir bis Dienstagabend zum Treffpunkt fahren wollen.

 Am Mittwoch werden wir einen Ruhetag einlegen, ehe am Donnerstag das fünftägige China-Abenteuer starten wird.

 

Zu den Fotos dieser Woche geht es hier: Kirgisien – Norden

Zum nächsten Kapitel: Kirgisien - Osten

 

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