Alser-On-Tour

Kontraste - Von Nepal nach Thailand

15.10.-21.10.2012 Wir verpacken die Mopeds in Kathmandu und fliegen gemeinsam nach Bangkok, wo wir unsere treuen Gefährten 5 Tage nach dem Verpacken wiedersehen.


Dank der diversen Reiseforen im Internet haben wir schon vor Wochen verschiedene Speditionen in Kathmandu zum Transport unserer Mopeds von Nepal nach Thailand, anfragen können und die Preise recherchiert. Schließlich haben wir uns für Eagle Export entschieden und sie mit der Abwicklung beauftragt. Nach unserer Ankunft in Kathmandu werden die Bikes vermessen, so dass die Transportkisten passend angefertigt werden.

Am Mittwoch, 17. Oktober 2012, fahren wir auf der allerletzten Mopedtour in Nepal zum Flughafen, um die Mopeds und den Großteil des Gepäcks in den Holzkisten zu verpacken. Ursprünglich hatten wir gar keinen Lufttransport geplant, sondern wollten auf dem Landweg von Nepal über Tibet und Südchina nach Thailand fahren. Leider haben geänderte chinesische Visumsbestimmungen vor einigen Monaten diese Pläne zunichte gemacht. Nun müssen wir doch auf die „Rennstrecke“ zurückgreifen und unsere Mopeds und uns per Flugzeug nach Thailand fliegen. Letztendlich wird uns das nur die Hälfte des Geldes kosten, aber die zweite China-Passage wäre sicherlich ein besonders spannender Teil der Reise geworden.

Das Verpacken im Cargo-Bereich am Flughafen dauert ca. 5 Stunden für unsere beiden Mopeds sowie die 1200GS von Marko. Die Kisten sind zu unserem Unverständnis leider sehr knapp gebaut - wozu wurde denn vorher extra vermessen?. Wir müssen die Taschen und Seitenkoffer untereinander aufteilen, damit es passt. Zudem müssen wir wegen der geringeren Kistengröße mehr Teile von den Mopeds abbauen als vorher vereinbart. Das Wiegen der zugenagelten Kisten ergibt ein Gewicht von 330kg bzw. 356kg für unsere Maschinen. Mangels Gabelstapler in Kathmandu werden die Kisten übrigens von mehreren Arbeitern bewegt – ein Kraftakt für die kleinen Nepali.

Den ganzen Tag herrscht ein totales Gewusel in der Exporthalle, ständig werden neue Waren (hauptsächlich Textilien) für den Transport in alle Welt angeliefert. Wir beobachten fasziniert das Chaos, hinter dem anscheinend aber ein System steckt. Denn kurz vor Feierabend um 18 Uhr sind alle Pakete abgefertigt und verzollt. Während wir warten, dass unsere Kisten durch das Röntgengerät und auf die Zolllagerseite geschoben werden, schauen wir der Zollkontrolle anderer Sendungen zu. Die Kontrolleurin findet anscheinend Gefallen an den Textilien, denn wir beobachten, wie sie sich einen Schal aus einem Paket nimmt und auf den Rücken unter ihren Pullover stopft – und zwar so sichtbar und auffällig, dass wir es als sehr dreist empfinden.


Nachdem wir unsere Kisten auf den Weg geschickt haben, verlassen wir am 19.Oktober 2012 die Himalaya-Region und fliegen in die Tropen. Das genau auf dem 100. östlichen Längengrad gelegene Bangkok begrüßt uns mit schwüler Hitze. Die Passkontrolle am Flughafen ist schnell erledigt; als EU-Bürger benötigen wir kein Visum, sondern bekommen die 30tägige Einreiseerlaubnis direkt in den Pass gestempelt. Gemeinsam mit Marko nehmen wir uns ein Taxi und lassen uns zu unserem vorab gebuchten Gästehaus in der 30km entfernten Innenstadt bringen. Nach wenigen Kilometern schauen wir uns grinsend an... Hörst du es? Nein. Genau! Niemand hupt. Alle halten die Fahrspuren ein. Und die Straße ist in gutem Zustand und kein löchriger Flickenteppich mehr. So haben wir uns das gewünscht!

Die Zollbehörde im Frachtbereich ist über das Wochenende geschlossen und wir nutzen den Samstag und Sonntag zur Orientierung und ersten Erkundungstouren in der pulsierenden, vielseitigen Metropole Bangkok.

Montagmorgen fahren wir zum Cargo-Terminal am Flughafen, um unsere Mopeds abzuholen. Die Abwicklung der Dokumentation ist sehr langwierig, da besonders der Zoll für die Bearbeitung der temporären Einfuhr unserer Mopeds mehrere Stunden benötigt. Alle sind sehr freundlich und hilfsbereit, die Effektivität haben sie hier aber nicht erfunden. Endlich können wir unsere Kisten in Empfang nehmen und die Mopeds wieder zusammen bauen. Das nimmt einige Zeit in Anspruch, weil wir aufgrund der kleinen Kistengröße so viele Teile vom Moped in Kathmandu abschrauben mussten. Schließlich ist es 20.30 Uhr als wir endlich vom Hof rollen und zurück in unser Gästehaus fahren können. Die Luftfrachtabwicklung sowohl in Nepal als auch in Thailand hat insgesamt problemlos geklappt, aber der hohe Zeitaufwand in Bangkok hat uns doch verwundert.

 Nun steht der nächsten Reiseetappe nichts mehr im Wege und wir können das Abenteuer Südostasien starten.

 

Zu den Fotos rund um den Mopedtransport geht es hier: Kathmandu nach Bangkok

 

Tagebuch Übersicht