Alser-On-Tour

Chilliwack, Vancouver Island und die Inside Passage

05.07. – 11.07.2011: Arbeiten an den Mopeds in Chilliwack, Wiedersehen mit Freunden auf Vancouver Island und unberührte Natur entlang der Inside Passage


Als unsere Mopeds in Chilliwack ankommen, haben sie seit dem Start der Nordamerika-Etappe brav 13000km abgespult. Zwei Monate sind schon wieder vergangen, seit wir in Miami angekommen sind. Die Gesamtstatistik besagt, dass wir fast 40000km in 8 Monaten in 8 Ländern und 25 Staaten der USA gefahren sind.

Es ist also Zeit für eine weitere Inspektion. Dieses Mal führen wir den Service mit Unterstützung unseres Freundes Mark, der gelernter Mechaniker ist, selbst durch. Zu den normalen Reinigung- und Inspektionsarbeiten werden die Reifen und der Kettensatz bei Annaleen gewechselt. Bei letzterem hatten wir uns noch ein paar Kilometer mehr Laufleistung erhofft, da wir einen automatischen Kettenöler für eine verlängerte Laufzeit eingebaut haben, aber nach 50000km ist die Kette der F650 fertig. Wir sind gespannt, wie lange der neue Kettensatz hält.

Es sind arbeitsreiche Tage und wir fühlen uns sehr wohl bei Mark und seiner Frau Julie, die uns mit herzlicher Gastfreundschaft aufnehmen.

Nach 4 Tagen heißt es jedoch Abschied nehmen, in 6 Wochen werden wir zurück sein.

Ausgerechnet an unserem ersten Fahrtag seit gut einer Woche – die 200km von Kirkland nach Chilliwack ausgenommen – fängt es wieder an zu regnen. Unseren ursprünglichen Plan, mit drei Fährpassagen von Vancouver über die Sunshine Coast nach Vancouver Island zu fahren, canceln wir aufgrund des schlechten Wetters. Die Entscheidung war richtig, denn als wir nach knapp 2 Stunden in Nanaimo auf Vancouver Island ankommen, lacht wieder die Sonne vom Himmel. Wir fahren die Küstenstraße nordwärts und schlagen am späten Nachmittag unser Zelt in Campbell River auf.

Am anderen Morgen treffen wir wie verabredet 11 Harley-Freunde vom Rhein-Neckar-Chapter. Die Gruppe ist insgesamt drei Wochen auf Urlaubstour durch den pazifischen Nordwesten unterwegs und wir wollen sie für drei Tage begleiten. Es ist ein großes Hallo und schönes Wiedersehen so fern der Heimat.

Gemeinsam fahren wir an das Nordende der Insel nach Port Hardy, wo wir am nächsten Morgen die Fähre nach Prince Rupert nehmen wollen. In dem für die RNCler gebuchten Hotel ist kein Zimmer mehr frei und so wollen wir schon zum Campingplatz aufbrechen, als uns Monika und Peter anbieten, auf der Couch in ihrem Hotelzimmer zu übernachten. Das ist prima!

Auf dem Hotelparkplatz direkt neben unseren 10 Mopeds bricht plötzlich eine Schlägerei zwischen zwei Frauen aus, die darin endet, dass vier Polizeistreifen anrücken und die betrunkenen Schlägerinnen einkassieren. Damit ist es nach dem lautstarken Gezeter am Nachmittag am Abend schön ruhig und wir können früh in die Kissen sinken.

 

Pünktlich um 5 Uhr Samstag früh wecken wir die halbe Nachbarschaft, als wir die Motoren starten und zum Hafen fahren. Vor uns liegt eine 15stündige Schiffstour durch die südliche Inside Passage. Unser Schiff, die „Northern Expedition“, wurde 2009 in Flensburg gebaut und wir erkennen viele deutsche Industrienamen wie zum Beispiel Blohm & Voss wieder, als wir vom Schiffsingenieur Bill eine Führung durch den Maschinenraum bekommen.

Wir passieren den Queen Charlotte Sund in den Fitz Hugh Sund und fahren entlang unzähliger Inseln durch teilweise enge Kanäle. Die Gegend ist kaum besiedelt, wir kommen nur an wenigen Häusern vorbei. Überwiegend sind es Leuchttürme, von denen auch nicht alle personell besetzt sind. Das Wetter ist ziemlich gut, so dass wir tolle Ausblicke auf die Küstenkette genießen können. Wir sind zwar nicht beim Fernsehen, sitzen aber trotzdem in der ersten Reihe auf dem Schiff und haben das ganze Panorama, dank großer Fenster, vor uns. Ab und an schwimmt ein Buckelwal oder ein Orka vorbei, was will man mehr.

Nach einer Nacht in Prince Rupert führt uns die nächste Etappe zurück auf kanadischem Festland ostwärts nach Smithers. Unterwegs sehen wir am Straßenrand die Hintern von zwei Schwarzbären, die schnell in den Wald stolpern, als unsere 10 Mopeds angebrummt kommen.

Davon haben wir leider keine Bilder, aber dafür andere schöne Eindrücke unserer gemeinsamen Tour:

 

In Smithers trennen sich am 11.07. leider wieder unsere Wege; die RNCler fahren südostwärts weiter, während wir dem Stewart-Cassiar-Highway nach Norden folgen werden.

Alaska, wir kommen!

 

Zu den Fotos dieser Woche: Kanada - British Columbia


zum nächsten Kapitel: Kanada - Yukon

Tagebuch Übersicht