Alser-On-Tour

Der lange Weg zurück vom Ende der Welt

18.03.-24.03.2013 In zwei Etappen, durch unterschiedlichste Kulturkreise, geht es heimwärts


Nach genau 53 Tagen im Land der langen weißen Wolke nehmen wir Abschied von Neuseeland. Es ist ein wunderbares Reiseland mit allen Annehmlichkeiten eines Landes mit europäischen Standards, deshalb haben wir uns wie im Urlaub gefühlt. Wir sind in Neuseeland nur zwei von vielen Deutschen (Urlaubern) und fallen nur durch unser deutsches Kennzeichen an den Mopeds auf.

Unser nächstes Ziel ist Melbourne im Südosten Australiens. Wir wandeln während unseres dreitägigen Aufenthaltes hier auf den Spuren der Vergangenheit, denn Melbourne war von 2004 bis 2006 Annaleens Wohn- und Arbeitsort. Wir statten ihrem Wohnhaus in Albert Park einen Besuch ab und dürfen es uns netterweise auch von innen anschauen. Es hat sich im Stadtbild einiges verändert in den vergangenen 6 Jahren, aber nach wie vor ist Melbourne eine sehr lebenswerte Stadt mit vielen Freizeitmöglichkeiten im Stadtgebiet und dem Umland.

 

Wir verabschieden uns von der Südhalbkugel und sitzen am 21.03. im A380 nach Dubai. Eigentlich ist dieser Flug erst vier Wochen später geplant gewesen, aber wir haben im Laufe der vergangenen Wochen eine immer stärker werdende Reisemüdigkeit entwickelt. Wir haben viel erlebt auf unserer langen Reise, waren 21 Monate auf den Straßen dieser Welt unterwegs und haben viel Spannendes und Beeindruckendes gesehen. Aber so langsam können wir uns nicht mehr für die Schönheiten des jeweiligen Reiselandes begeistern und neue Informationen und Eindrücke aufnehmen. Die Sättigung ist erreicht. Wozu dann also weiterreisen? Auf diese Frage finden wir keine überzeugende Antwort und treffen daher Anfang März in Neuseeland den Entschluss, unsere Reise zu beenden. Wir freuen uns auf den Neubeginn in Deutschland, der sicherlich alles andere als langweilig werden wird. Das Vagabundenleben war toll, gleichzeitig anstrengend und etwas so banal Erscheinendes wie ein fester Wohnsitz hat wieder seinen sehr großen Reiz.


Ehe es endgültig heim geht, begeben wir uns noch zwei Tage in eine komplett andere Welt am Persischen Golf. Über 80% der Einwohner des Emirats Dubai leben in Dubai-Stadt, die für extravagante Bauprojekte wie den 800m hohen Wolkenkratzer Burj Khalifa oder die künstlich angelegten Inseln in Form einer Palme bekannt ist. Hier herrscht Wohlstand im Überfluss. Alles ist sauber und ordentlich angelegt, die großen Straßen werden von großen, protzigen Autos befahren. Statistisch gesehen kommt auf jeden Einwohner ein Fahrzeug, was im Umkehrschluss bedeutet, dass es viele Autobesitzer mit mehreren Fahrzeugen gibt. Der Bauboom ist anhaltend, noch immer entstehen überall im Stadtgebiet neue Wolkenkratzer und andere Bauten. Allerdings haben wir den Eindruck, dass über den Bedarf hinaus gebaut wird, denn anhand der „Zu Vermieten/Verkaufen“ Schilder sehen wir, dass viele Wohn- und Gewerbeflächen verfügbar sind.

Von der Aussichtsplattform im 124. Stock des Burj Khalifa hat man einen grandiosen Ausblick auf die Stadt und die umliegende Wüste. Gigantisch, in welchem kurzen Zeitraum diese moderne Metropole in diesem rauen Lebensraum entstanden ist. Vor 50 Jahren führten hier Beduinen und Fischer ein karges Leben, heute ist die Skyline das dominierende Bild. Ein Hauch der alten Zeit weht durch die schmalen Altstadtgassen zwischen Gold- und Gewürzbasar; das permanente Stimmengewirr der wuselnden Menschen wird überdröhnt von den unzähligen startenden und landenden Flugzeugen. Extremer könnten die Gegensätze in dieser Gesellschaft wohl nicht sein.


 


Dann ist der Tag gekommen für unsere (vor)letzte Reiseetappe. Am Abend des 24.03. haben wir wieder deutschen Boden unter den Füßen und wir freuen uns über die schöne Überraschung, dass uns Alex, Andre, Conny und Michi sowie Fidel am Gate in Empfang nehmen. Ein neuer, aufregender Abschnitt liegt vor uns, denn das Heimkommen ist ein nicht zu unterschätzender Teil des Reisens.


Hier geht es zu den Bildern der finalen Tagen unterwegs: Der Heimweg

 

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