Alser-On-Tour

Eine Schiffsreise zum Eiskontinent

03.01. – 07.01.2011: Von der Antarktis nach Ushuaia


Am Vormittag des 03.01. besuchen wir Port Lockroy, wo bis Anfang der 60er Jahre eine britische Forschungsstation betrieben wurde. 30 Jahre später wurde der verfallene Ort wiederbelebt und ist heute ein Museum. Mit vielen Originaleinrichtungsstücken bekommen wir einen guten Eindruck unter welchen Bedingungen vor 50 Jahren die Forscher leben mussten.

 

Beim anschließenden Mittagessen an Bord fahren wir in die Gerlache Straße ein. Dort bekommen wir endlich das lang ersehnte Bild: aus dem Meer springende Buckelwale. Die ohnehin gute Stimmung sprudelt beinahe über, die Aufregung erfasst alle.

 

Seit Beginn der Reise herrscht eine permanente positive Stimmung, ein so tolles Erlebnis schweißt die Gruppe zusammen und es gibt niemanden, der sich davon nicht mitreißen lässt.


Ebenfalls mit an Bord sind unsere Reisegenossen Zebra und Linus, die normalerweise am Lenker bzw. Windschild der Mopeds sitzen. Sie dürfen mit zu einem Landgang und sorgen für großes Erstaunen bei den Pinguinen

 

Unser zweiter geplanter Ausflug fällt buchstäblich ins Wasser, der starke Seegang lässt leider keinen Landgang zu. Die Crew hat das Alternativprogramm direkt präsent, wir lernen weitere interessante Fakten zur Geschichte des eisigen Kontinents.

 

Wie am ersten Tag beginnt auch der letzte Tag in der Antarktis mit einem frühen Wegruf von unserem Expeditionsleiter Jordi – um 04.45 Uhr ertönt seine Stimme (Good Morning everybody – how you going) durch die Lautsprecher in der Kabine.

 

Um 06 Uhr sitzen wir in den Zodiacs und landen an der Whaler’s Bay auf Deception Island. Die ehemalige Walfangstation ist seit vielen Jahrzehnten verlassen, wir finden noch die Reste der Hütten und großen Fässer für das Wal-Blubber vor. Deception Island ist vulkanischen Ursprungs und wenn man am Strand ein bisschen im Sand gräbt, stößt man direkt auf warmen Untergrund. Das Meerwasser hat nur wenige Grad über Null, dennoch springen einige Mutige in ihre Badesachen und stürzen sich in das wirklich kalte Nass. Zum Aufwärmen graben sie sich schnell in den warmen Boden.

 

Ein zweites Expeditionsschiff läuft in die Bucht ein und so müssen wir um 07.45 Uhr wieder in die Zodiacs und zurück auf die Antarctic Dream. Der antarktische Vertrag aus 1959 schreibt vor, dass immer nur eine bestimmte Anzahl von Personen sich an dem jeweiligen Ort aufhalten darf. Zudem darf man weder etwas auf der (Halb)Insel liegen lassen (Müll zum Beispiel) oder etwas entfernen. Das schließt auch Steine, Tierfedern, Eisbrocken oder Sandkörner ein.

 

Unser allerletzter Landgang in der Antarktis bringt uns nach Livingston Island. Es war zunächst nicht sicher, ob das klappt, da das Ausbooten nur bei ruhiger See und Windflaute möglich ist. Die Bedingungen sind ideal, nur der leichte Dauerregen stört die Szenerie. Wir laufen am Strand an jungen Seeelefanten vorbei, die kräftig stinken und laut brüllen. Ausgewachsene Tiere werden bis zu 5m lang und 4to schwer, aber auch diese gut 3m langen, schweren Jungtiere sind schon respekteinflößend und wir halten den nötigen Abstand. Die Pinguine sehen es gelassen, sie watscheln dicht an den dicken Fettrollen vorbei – allerdings auch erst, nachdem sie kurz überblickt haben, dass kein Seeelefant plötzlich auf sie zurollt.

 

Die letzten Tierfotos sind im Kasten und um 13 Uhr treten wir den Rückweg an. Es geht gegen die Windrichtung und dementsprechend gegen die Wellen. Unsere Kabine ist unter Deck, dort lässt sich der Seegang noch am besten aushalten. Dennoch liegt Annaleen am allerletzten Seetag mit Seekrankheit flach. Nach zweieinhalb Tagen sind wir zurück in Ushuaia und freuen uns über festen Boden unter den Füßen. Es dauert eine Weile, bis man kein Schwanken mehr verspürt und feststellt, dass man nicht mehr im Bett hin und her rutscht.

 

Eine wahrscheinlich einmalige und ganz sicher unvergessliche Reise geht zu Ende. Wir nehmen eine Menge großartiger Eindrücke mit von einem faszinierenden Teil unseres Globus’. Natürlich haben wir auch massenhaft Fotos und Videos im Gepäck, hier kommt der zweite Teil unserer Auswahl: Expedition in die Antarktis

 

zum nächsten Kapitel: Chile und Argentinien - Berge und Seen

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