Alser-On-Tour

Die Iberische Halbinsel

23.04.-05.05.2012: Wir erreichen zwei geografische Meilensteine und blicken an der Straße von Gibraltar auf Afrika


Wenn wir unsere Zeit in Spanien und Portugal mit einem Wort beschreiben müssten wäre es: abwechslungsreich. Das bezieht sich zunächst auf das Wetter. Die beiden Länder im April zu bereisen hatten wir uns sonnig und warm vorgestellt. Auch in der zweiten Reisewoche werden wir eines besseren belehrt, es bleibt regnerisch und kühl und die Sonne lugt nur ab und zu zwischen den Wolken hervor.

Abwechslungsreich ist aber auch die Landschaft – Spanien hat deutlich mehr zu bieten als die Bettenburgen in Marbella und Màlaga oder überfüllte Sandstrände am Mittelmeer. Erst einmal führt uns die Route von Madrid westwärts an das Cabo da Roca in Portugal. Hier befindet sich der westlichste Punkt auf dem europäischen Festland. Damit haben wir den offiziellen Startpunkt unserer Tour erreicht. Ab nun lautet unser Fahrmotto „ostwärts immer, westwärts nimmer“! Zwischen hier und Neuseeland – dort wollen wir Anfang 2013 ankommen – liegen mehr als 180 Längengrade, das ist genau auf der anderen Seite der Welt.

 

Nicht ganz so weit, sondern nur 40km östlich, liegt Portugals Hauptstadt. In Lissabon verbringen wir zwei Nächte und touren einen Tag durch die Stadt. Binnen 5 Tagen haben wir zwei Großstädte besichtigt und damit ist unser Bedarf an Städtetourismus erstmal gedeckt.

Bei der Fahrt durch die Lande fallen uns sehr viele Storchennester auf. Die Spanier und Portugiesen müssen sich um ihren Nachwuchs keine Sorgen machen ;-)

Da anscheinend bei Storchens Bauplatzmangel herrscht, entdecken wir so einige Storchennester auf Hochspannungsmasten. Das erscheint gerade bei Gewitter eine gefährliche Lage, da es schnell mal „bizzel“ machen könnte. Stammt daher dann eigentlich die Redewendung „Da brat mir doch einer einen Storch“?

 

Weil das Wetter nach wie vor nicht mitspielt, fahren wir von Lissabon an Sevilla und Cadiz vorbei bis kurz vor Tarifa ganz im Süden Spaniens. Weiter südlicher geht es in Europa nicht, wir blicken am Hafen über die Straße von Gibraltar auf Afrika. Die marokkanische Stadt Tanger mit dem Rif-Gebirge im Hintergrund ist zum Greifen nahe, zwischen uns läge nur eine 35minütge Fährfahrt. Die fällt für uns aber aus, denn wir haben gar keine Reisepässe dabei :-) Diese machen ihre eigene Tour in den Botschaften von Iran bis Indien.

Nach einer kurzen touristischen Runde um den Felsen von Gibraltar machen wir uns wieder auf den Weg nach Norden. Westlich der Sierra Nevada geht es wieder weg von der Küste ins Inland über eine schöne Strecke bestehend aus vielen kleinen Bergstraßen. Die Kurvenstrecke bei fantastischer Aussicht auf wunderschöne Landschaften und Sonne ist genau das, was der Arzt verschrieben hat.

 

 

Die Straßen in Spanien sind generell in einem sehr guten Zustand, egal ob Autobahn oder die kleine Landstraße in der Provinz. Hier hat der Staat (oder die EU?) in der näheren Vergangenheit sehr viel investiert.

 

Das schöne Wetter dieser Tage erlaubt es uns endlich öfter zu zelten. Wir sind an einem späten Nachmittag wieder einmal auf einer kleinen Straße durch ein dünn besiedeltes Gebiet der Provinz Aragón unterwegs und entscheiden uns hier erstmalig „wild“ zu campen. Die Karte verrät uns, dass es hier mangels größerer Ortschaften eh nicht viele Übernachtungsmöglichkeiten gäbe. Als wir an einem kleinen Bach in idyllischer und ruhiger Lage, unbesehen von der Straße, unser Camp einrichten, stellen wir fest, dass unser Zelt genau auf dem Längengrad 0 steht. Das bringt uns zur Aktualisierung unserer Statistik: Mit unserer Amerika-Reise sind wir jetzt bei 15 Ländern in genau 10 Reisemonaten und 50.000 gefahrenen Kilometern. Gemäß heutiger Planung sollen noch 28 Staaten und so einige zehntausend Kilometer in den kommenden 12 Monaten folgen.

Zwischen Zaragoza und Barcelona steuern wir auf die Pyrenäen zu, um mit der Durchfahrt von Andorra das 16. Land in der Reisestatistik abzuhaken. Wir legen einen weiteren Ruhetag in Toulouse bei Aurel und Marion ein, auf den Tag genau 18 Monate nach dem ganz ursprünglichen Reisebeginn.

Die nächsten Tage werden wir durch die Provence und weiter Richtung Norditalien fahren.

 

Natürlich haben wir auch auf der Iberischen Halbinsel Fotos gemacht: Spanien und Portugal

 

zum nächsten Kapitel: Europa - Südfrankreich und Norditalien

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