Alser-On-Tour

Von den Alpen an die Adria

21.05.-27.05.2012 Entlang der Adriaküste durch die westliche Balkanregion


Slowenien ist landschaftlich wunderschön, das Hügelland mit den grünen Wiesen und dichten Wäldern gefällt uns richtig gut. Slowenien ist einer der Musterschüler der EU und hat vor 5 Jahren den Euro als Währung übernommen. Das macht das Rechnen einfach und wir stellen fest: dem Land geht es gut. Das merken wir nicht nur an den Preisen, sondern auch an den (Wohn)Häusern und Fahrzeugen auf der Straße.

Über gut ausgebaute Landstraßen geht es an den Städtchen Tolmin, Idrija und Logatec vorbei Richtung Süd-Ost. Gut 24 Stunden nach der Einreise verlassen wir wieder Slowenien und damit das letzte EU- und Euro-Land. Nun geht es wieder ans Umrechnen, denn in Kroatien erwartet uns der Kuna.

Die Kontrolle an dem kleinen Grenzübertritt Babno Polje-Prezid ist nur eine Formsache, der kroatische Zöllner guckt sich unsere Personausweise nur oberflächlich und eher zum Zeitvertreib an. Er nuschelt uns ein paar Worte zu, die wir eh nicht verstehen und winkt uns weiter. Hallo Kroatien.

Es sieht kaum anders aus als in Slowenien und nur am leicht veränderten Straßenbild merken wir, dass wir in einem anderen Land sind. Wir fahren durch Kroatiens Anteil am Dinarischen Gebirge als wir kurz hinter Mrkopalje „falsch“ abbiegen und uns plötzlich auf einem kleinen Waldweg wieder finden. Dieser Naturweg zieht sich letztendlich über 20km über einen kleinen einsamen Bergpass und bis auf einen Förster und drei Rehe treffen wir niemanden. Zum Glück auch keine Bären, die es den Schildern nach hier wohl geben soll.

Als wir wieder geteerten Boden unter den Reifen haben öffnet der Himmel seine Schleusen und das schon von weitem beobachtete Gewitter ist über uns. Wir sparen uns also die Mittagspause und ziehen schnell weiter zum blauen Himmel. Bei Senj treffen wir auf die Adria und fahren ab hier auf der Küstenstraße nach Süden. Die nächsten drei Tage heißt es „Berge links, Meer rechts“. Etwas eintönig auf Dauer.


 

Autofahrer haben hier übrigens ihre eigenen Regeln, Schilder und Ampeln scheinen nur Vorschläge zu sein. Wir halten an einer eben auf rot geschalteten Baustellenampel; der Wagen hinter uns zieht an uns vorbei, und sogar das ihm nachfolgende Auto brettert noch durch die einspurige Baustelle. Wie gesagt, wir hatten schon rot. Südamerika lässt grüßen.

 

Wir legen einen Stopp bei McDonald’s ein, um einen günstigen und guten Kaffee zu trinken und das Internet zu nutzen. Dieses Prinzip hat sich schon letztes Jahr auf unserer USA-Reise bewährt. Für Uli erfüllt sich ein Kindheitstraum, als er endlich Ronald McDonald „in Echt“ trifft. Wir bekommen von dem jungen Mann im Kostüm viele Tipps, wo wir die nächsten Tage auf dem Balkan verbringen können. Er empfiehlt uns Bosnien-Herzegowina als günstiges Reiseland, aber nicht als kulinarisches Highlight. Die würden nichts vom Essen verstehen. Lacht und sagt: „Und das ausgerechnet von Ronald McDonald.“

Seiner Empfehlung folgend besichtigen wir die historische Altstadt von Trogir, eine kleine Hafenstadt westlich von Split. Schon seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. besiedelt zählt die Altstadt seit 15 Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe. Und dieser Status lockt Touristenströme en Masse an. In unseren Mopedklamotten fallen wir etwas auf, ansonsten hätten wir uns unbemerkt einer der vielen Gruppenführungen anschließen können.

Auch wenn dieser Massentourismus nicht wirklich unser Fall ist, stürzen wir uns zwei Tage später in Dubrovnik noch einmal ins Gewimmel. Ähnlich wie Trogir zieht auch hier die Altstadt mit der gut erhaltenen Stadtmauer Touristen aus aller Welt an, wie wir an den vielen unterschiedlichen Sprachen hören. Die verwinkelten Gassen und alten Gebäude (die nach den Zerstörungen im kroatischen Unabhängigkeitskrieg 1991 wieder restauriert wurden) gefallen uns gut und wir schlendern einen ganzen Nachmittag herum.

 

Während wir gerne Slowenien bei einem späteren Besuch genauer erkunden wollen, hat uns der arg touristisch geprägte Küstenbereich von Kroatien nicht wirklich vom Hocker gerissen. Die Preise sind an Mitteleuropa angepasst, die Qualität aber nicht gleichermaßen. Nun sind wir gespannt auf Montenegro und Albanien, wo wir die kommende Woche verbringen werden.

 

Zu den Fotos dieser Woche: Slowenien und Kroatien

 

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