Alser-On-Tour

An den tropischen Palmenstränden

27.03. – 03.04.2011: Ein paar entspannte Tage an der Pazifikküste


Auf nach Ecuador heißt es am 30.03.2011. Die Grenzformalitäten zur Ausreise aus Peru sind schnell und problemlos erledigt. Die entsprechenden Büros auf der ecuadorianischen Seite sind nicht so leicht zu finden und es gibt leider auch keinerlei Hinweisschilder. Als wir drei Polizisten an einem Kontrollposten fragen wollen, ob wir auf dem richtigen Weg sind, finden die uns anscheinend suspekt und treten mit gezückter Schrotflinte an unsere Mopeds. Wir bekommen allerdings sehr freundlich Auskunft und stehen kurze Zeit später vor den nötigen Gebäuden. Die Zollabteilung hat gerade Mittagspause und so müssen wir uns 45min gedulden. Zur Einreise der Motorräder wird, wie in Peru, auch in Ecuador eine Pflichtversicherung benötigt. Wir reichen dem Beamten also wie selbstverständlich die selbstgebastelte Bestätigung und bekommen die nötigen Stempel. Willkommen in Ecuador!

Die erste Nacht im fünften Land unserer Reise verbringen wir in Machala, einer wenig spannenden Stadt mittlerer Größe knapp 1 Stunde nördlich der Grenze. In unserem Reiseführer ist nichts erwähnt zum Ort, daher bleiben wir nur über Nacht und wollen am nächsten Morgen früh weiter. Als wir abends durch das Zentrum schlendern, fällt plötzlich der Strom aus und die Stadt liegt komplett im Dunkeln. Wir setzen uns auf eine Bank und warten erstmal ab. Um uns herum ziehen die Ladenbesitzer in Kürze ihre Rollläden herunter und verbarrikadieren ihre Geschäfte. Alles passiert blitzschnell und ohne Aufruhr, so dass wir das Gefühl haben, dass dies nicht der erste Stromausfall ist. :-)  Da wir nur noch zwei oder drei Blocks von unserem Hotel entfernt sind, entschließen wir uns, durch die Finsternis zurück zu gehen. Plötzlich geht das Licht wieder an und wir sehen einen Ladeninhaber mit Pumpgun in vorhalte. Und wir machen uns Sorgen über Taschendiebe in der Dunkelheit…

Auf den ersten Blick scheint Ecuador nicht viel anders zu sein als Peru; ähnliche Hausbauweise, genauso chaotischer Straßenverkehr, gleicher Lärmpegel. Auf den zweiten Blick bemerkt man dann, dass es in Ecuador doch etwas mehr Wohlstand zu geben scheint. Die Autos sind größer, die Menschen besser gekleidet und die Waren einfach ein bisschen besser.

Mit dem Umweltschutz nimmt man es auch in Ecuador nicht so richtig genau; im Supermarkt lehnen wir absichtlich die Plastiktüte ab, bekommen dann aber trotzdem zwei um die Flaschen gewickelt, damit der Security Dienst am Ausgang Bescheid weiß, dass wir das Mineralwasser bezahlt haben.

Landschaftlich gefällt es uns richtig gut, nach den vielen Kilometern durch die Wüste entlang der peruanischen Küste und vorher durch die baumlosen Höhen der Anden ist es eine Wohltat, belaubte große Bäume und üppig grüne Vegetation zu sehen.

Wir sind dem Äquator sehr nahe, Breitengrad 0 ist nur noch wenige hundert Kilometer in  nördlicher Richtung. Fasziniert beobachten wir, in welcher Geschwindigkeit die Sonne untergeht. Binnen weniger Minuten ist der rote Ball am Horizont verschwunden. Das sind wir aus unseren heimischen Breiten gar nicht gewöhnt.

 

Über Guayaquil, der zweitgrößten Stadt des Landes, geht es an die Küste. In Puerto Lopez quartieren wir uns in einer Hosteria mit Meerblick ein. Der Ort lebt sowohl vom Tourismus als auch von der Fischerei. Von hier aus starten beispielsweise die eintägigen Ausflugstouren zur Isla de la Plata, die wir ebenfalls mitmachen.

Gemeinsam mit 14 weiteren Touristen fahren wir in der nussschalgroßen „Palo Santo“ die 43km lange Strecke zur Insel. Auf halber Strecke ist plötzlich ein Schwarm Delfine ganz nah am Boot und begleitet uns ein Stück. Beeindruckend, wie elegant sie durch das Wasser pflügen. Und vor allem schnell, so dass es gar nicht so einfach zu fotografieren ist.

Nach einer Stunde erreichen wir die Isla de la Plata. Übersetzt heißt das Eiland „Silberinsel“. Die Legende besagt, dass der Seefahrer Sir Francis Drake hier vor den spanischen Eroberern einen Schatz versteckt hat. Den finden wir bei unserem Besuch leider nicht, dafür treffen wir unzählige Tiere. Auf der Insel leben verschiedene Tierarten, die es nur hier bzw. auf den Galapagos-Inseln gibt. Bei einem kleinen Rundgang über die Insel begegnen wir mehreren Blaufußtölpeln. Der Name ist Programm, die possierlichen Vögel haben knallblaue Füße.

Es ist sehr heiß in der tropischen Sonne und wir freuen uns auf das Schnorcheln vor der Insel. Leider ist das Wasser recht trübe, so dass wir nicht ganz so viel von der bunten Unterwasserwelt sehen können. Ehe wir ins Wasser springen, schwimmen zwei Schildkröten vorbei. Wenn wir die IM Wasser getroffen hätten, stellt sich die Frage, wer sich mehr erschreckt hätte :-)

Am späten Nachmittag kehren wir nach Puerto Lopez zurück und gönnen uns abends an einer der vielen Strandbars einen leckeren Batida de Coco.

 

Nach drei Tagen am Tropenstrand zieht es uns nun wieder Richtung Berge.

 

Link zu den Fotos dieser Woche: Ecuador - die Küste

 

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