Alser-On-Tour

Unterwegs auf ueber 4000m

21.02. – 27.02.2011: Eine viertaegige Jeep-Tour durch Boliviens faszinierenden Suedwesten


107 Tage nach unserer ersten Einreise nach Argentinien verlassen wir das Land endgültig am 20.02.2011 und reisen über den Grenzübergang La Quiaca nach Bolivien ein.

 

Es ist etwas verwirrend, die einzelnen Büros in der richtigen Reihenfolge zu finden und wir verbringen eine Stunde mit den Grenzformalitäten für beide Länder.

Ab der Grenze sind es noch gut 70km zu unserem Tagesziel Tupiza. Die Straße ist größtenteils schon geteert, an einigen Stellen wird wegen Brückenbauarbeiten auf Schotterwege umgeleitet. Im Gegensatz zum argentinischen Straßenbau darf man die bereits fertig geteerten Abschnitte nutzen und so kommen wir flott voran.

Landschaftlich setzt sich das Hochland fort (in Argentinien heißt es Puna, in Bolivien Altiplano) und eigentlich sieht es nicht viel anders aus als in Argentinien.

In Tupiza finden wir schnell eine Herberge, in deren Innenhof wir die Mopeds sicher abstellen können. Die Preise sind im Vergleich mit Argentinien und Chile traumhaft günstig – wir bekommen das Doppelzimmer mit eigenem Bad für umgerechnet ca. 11EUR, ungefähr ein Drittel der Preise in den beiden südlichen Nachbarländern.

Einmal mit dem Moped über den Salar de Uyuni, den größten Salzsee der Welt, zu brausen ist der Traum vieler Mopedfahrer. Von diesem Traum mussten wir in den vergangenen Tagen Abschied nehmen, denn aufgrund der Regenzeit steht die Salzpfanne zentimetertief unter Wasser. Das wäre der Killer für die Maschinen. Schade, keine Fotos vom Moped auf der riesigen Salzfläche.

Ganz verzichten wollen wir aber nicht auf das Erlebnis Salar de Uyuni, denn auch mit Wasser ist es eine faszinierende Landschaft. Also buchen wir uns in Tupiza eine viertägige Jeeptour, die uns sowohl zum Salar als auch in die Lagunenregion im äußersten Südwesten Boliviens bringt. Übernachtet wird in einfachen Unterkünften ohne Dusche oder Warmwasser. Was genau unser Touranbieter Freddy mit „basic accomodation“ meinte, sollten wir noch erfahren…

 

Schon am nächsten Morgen geht es los. Mit uns fahren noch die beiden sympathischen Franzosen Bertrand und Caroline. Zudem haben wir eine Köchin an Bord, die uns die vier Tage verpflegen wird. Es ist für alles gesorgt und wir können uns entspannt zurücklehnen – sofern das bei dem Geschaukel überhaupt möglich ist. Wir sind keine 10min unterwegs, als unser Fahrer Pedro ein Problem bei der Beschleunigung des Autos feststellt. Das geht ja super los. Aber besser jetzt, als morgen mitten im Nirgendwo stehen zu bleiben. In einer Werkstatt in Tupiza ist das Problem auch bald gefunden, es ist Wasser in der Benzinpumpe. Kurz trocken gepustet und wir können weiter.

Nach einem halben Tag sind wir heilfroh, die Tour nicht mit den Mopeds gemacht zu haben. Die Straßen sind nach den monatelangen Regenfällen in schlechtem Zustand, aber der Allrad-Jeep bringt uns durch die tiefen Wasserfurten und ausgefahrenen Schlammspuren.

Wir passieren immer wieder einzelne Höfe oder auch kleine Ortschaften, wo die Menschen großteils von der Vieh- sprich Lamawirtschaft leben. Sie verkaufen Fleisch und Fell der Tiere in den größeren Städten und müssen bis zu Zweitagesreisen auf sich nehmen, um dort hinzukommen. Hier lebt man unter einfachsten Bedingungen in einem rauen Klima, für uns Mitteleuropäer nicht wirklich vorstellbar. Neben der Vieh- und Landwirtschaft spielt auch der Bergbau eine Rolle. Seit Jahrhunderten werden die Rohstoffe aus dem Boden bzw. Bergen geholt, entsprechend sieht die Region aus.

Trotz – oder gerade wegen? - der widrigen Lebensbedingungen: die Landschaft ist natürlich grandios! Zahlreiche farbenreiche Lagunen mit abertausenden Flamingos; warme Quellen, die zum Baden einladen; geothermische Felder, wo es brodelt, zischt und Geysire Dampf ausstoßen. Und dazu die Anden mit den schneebedeckten Gipfeln. Einfach toll!

Wir machen jeden Tag zwischen 200 und 300km Strecke auf meistens schwierigen Pisten. Deshalb geht es morgens immer früh los. Am zweiten Morgen gibt es um 04.30 Uhr Frühstück, die folgenden zwei Tage fühlt sich 06 Uhr als Frühstückszeit fast human an :-)

Die Höhe, auf der wir unterwegs sind, ist allerdings nicht zu unterschätzen. Die Luft ist auf knapp 5000m arg dünn und Annaleen ist leicht gebeutelt von der Höhenkrankheit. Als wir uns am dritten Fahrtag dem Salar de Uyuni nähern, und erstmals wieder unter 4000m Höhe sind, wird es schlagartig besser.

Vom Ort Uyuni sind wir ziemlich enttäuscht. Alles wirkt armselig, baufällig und leicht abgewrackt. Fast alle Bolivien-Touristen kommen hierher - da hätten wir erwartet, dass der Ort etwas mehr hergibt und sich touristisch attraktiv gestaltet. Der Müll rund um den Ort trägt in unseren Augen nicht dazu bei..

Am letzten Tag fahren wir morgens auf den Salar, der in der Regenzeit teilweise gesperrt ist. Unser Guide bringt uns durch 20 bis 40cm tiefes Wasser bis zum Salzhotel Playa Blanca. Dort können wir problemlos durch seichte Stellen waten. Das Panorama dieser riesigen Weite ist einmalig, Wasser und Himmel scheinen in einander überzugehen. Die Wasseroberfläche ist sehr ruhig und so entstehen faszinierende Spiegelbilder von Wolken, Bergen und natürlich Menschen.

Nach vier Tagen ist die Abenteuertour um und wir sind zurück in Tupiza. Es war anstrengend, aber wir wollen das Gesehene nicht missen. Wir schlafen uns eine Nacht aus und fahren am 25.02. weiter nach Potosí. Endlich wieder Mopedfahren! Auch diese Hauptstraße wird nach und nach geteert, es scheint sich einiges bei Boliviens Infrastruktur zu verbessern.

 

Zu den Fotos unserer Tour durch Boliviens Suedwesten geht es hier: Salar de Uyuni

 

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