Alser-On-Tour

Im Süden Floridas

02.05. – 08.05.2011: Von Kolumbien nach Miami! In Florida starten wir den zweiten großen Abschnitt unserer Reise


Am 01.05. starten wir zu unserer allerletzten Tagesetappe in Südamerika. Unser Ziel ist Bogotá, wo wir die Mopeds per Flugzeug nach Miami schicken werden. Wir geben unsere treuen Gefährten sowie das Gepäck am 02.05. am Flughafen ab und werden drei Tage später per Flieger nach Miami folgen. Die Abwicklung des Motorradtransportes übernimmt LYN-Cargo und verläuft problemlos. Auf den Tag genau 6 Monate nach unserem Abflug nach Buenos Aires. Tschüss, Südamerika. Es war ein abwechslungsreiches, spannendes, aufregendes, interessantes und vielseitiges halbes Jahr. Wir haben die Zeit im südlichen Amerika genossen, auch wenn es immer mal wieder nervig und anstrengend war, und freuen uns jetzt auf den Norden des geteilten Kontinents.

 

Miami begrüßt uns mit drückender Hitze, nach dem kühlen Bogotá ein ziemlicher Kontrast. Aber sind wir wirklich in den USA? Um uns herum spricht ein Großteil der Menschen nach wie vor Spanisch und auch die Schilder sind bilingual. Die erste Nacht verbringen wir in einem Hotel am Flughafen, da wir am folgenden Morgen direkt unsere Mopeds im Frachtbereich auszollen wollen.

Ein Anruf beim Speditionsagenten Freitag früh bestätigt, dass unsere Bikes am Vortag angekommen sind. Also auf zum Zoll. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten erweist sich dort leider als ziemlich begrenzt, denn beim Zoll erzählt man uns, dass wir die Mopeds nicht einfach so vorübergehend importieren können für die Zeit unseres Aufenthaltes. Stattdessen sollen wir entweder ein Carnet de Passage (eine Art Bürgschaft, die der ADAC ausstellt) oder eine andere Bürgschaftsbestätigung vorlegen. Wir gucken uns irritiert an; wir haben noch nie davon gehört, dass solche Papiere für die USA-Einreise nötig wären.

Der Beamte lässt sich nicht erweichen und rät uns, dass wir für das weitere Vorgehen einen Import-Broker engagieren. Das wollen wir keinesfalls und marschieren nach etwas Wartezeit wieder zum Schalter und bitten um Alternativlösungen. 6 Stunden später haben wir mit fünf verschiedenen Zöllnern gesprochen, die uns alle das gleiche sagen: Bürgschaft oder Carnet und Import-Broker. Wir sind nicht überzeugt, dass dies unsere einzige Möglichkeit sein kann. Entnervt geben wir auf und organisieren uns am späten Nachmittag einen Mietwagen, um zu unserem Hostel im 50km entfernten Florida City zu kommen. Den Abend verbringen wir im Internet und recherchieren auf den Webseiten der zuständigen US-Behörden. Aha, wir brauchen kein Carnet (welches der ADAC eh nicht für USA/Kanada ausstellt) und auch keinen sonstigen Bürgschaftsnachweis, da wir als nicht-US-Bürger die Mopeds zum persönlichen Gebrauch vorübergehend einführen wollen.

Gerüstet mit diesen neuen Informationen fahren wir am Samstagmorgen zurück zum Flughafen. Heute sitzt ein anderer Beamte am Schalter. Er schaut kurz auf unsere Papiere und schickt uns direkt zur richtigen Abteilung: personal effects (Gegenstände zum persönlichen Gebrauch)! Dort müssen wir pro Bike ein übersichtliches Formular ausfüllen und binnen 5min liegt uns die Freigabe vom Zoll vor. Hätten wir das nur gestern gewusst, wie simpel das ganze ist. Es hätte uns stundenlange Warterei, Grübelei und Frust erspart.

Mit den Zollpapieren geht es dann zur Spedition. Hier geht alles ruckzuck und wir können innerhalb kurzer Zeit glücklich vom Hof rollen. Willkommen in den USA!

Unseren ersten Ausflug machen wir am Sonntag nach Key West. Der Highway 1 führt uns über knapp 200km an den südlichsten Punkt der USA. Natürlich gibt es dort eine entsprechende Kennzeichnung und wir posieren mit den Mopeds an der Boje. Nach einer kurzen Pause fahren wir über die Inselgruppe der Keys, die durch 42 Brücken des „Overseas Highway“ miteinander verbunden sind, zurück nach Florida City.

Die Fahrt nach Key West haben wir in folgendem Video zusammengefasst:

 

Damit wäre der südlichste Punkt in den USA erreicht und wir fahren jetzt weitestgehend Richtung Norden. Wir wollen am ersten August und 15.000km später den nördlichsten Punkt der USA in Prudhoe Bay in Alaska erreicht haben.

 

Zu den Fotos dieser Woche geht es hier: Auf in die USA

 

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