Alser-On-Tour

Im nördlichen Patagonien

29.11. – 05.12.2010: Von der Sierra de la Ventana in die endlose Weite des nordöstlichen Patagoniens mit einem Besuch der beeindruckenden Flora und Fauna auf der Halbinsel Valdés


Die Sierra de la Ventana ist nach der flachen Pampa landschaftlich eine willkommene Abwechslung. Wir fühlen uns an Schottland erinnert beim Anblick der grünen Hügel mit den vielen gelben Ginsterbüschen.

 

Im Örtchen Villa Ventana mieten wir uns auf dem städtischen Campingplatz ein, der am Rande der Siedlung liegt. Ohne Gepäck unternehmen wir eine kleine touristische Ausfahrt, die uns die ersten Kilometer auf Schotterwegen beschert.

 

Wir verlängern unseren Aufenthalt von zwei auf drei Tagen, da wir auf Anja und Holger warten. Die beiden sind auf zwei BMW F650 Dakar unterwegs, seit mittlerweile über dreieinhalb Jahren. Wir verbringen einen unterhaltsamen Nachmittag und Abend zusammen, der auch kulinarisch nicht zu kurz kommt: selbstgemachter Kartoffelsalat zum Asado. Lecker!

 

Am folgenden Morgen löst sich die kleine Reisegesellschaft auf, Anja und Holger müssen/wollen nach Buenos Aires und wir brechen Richtung Viedma auf.

 

So langsam spüren wir auch, was mit „patagonischer Wind“ gemeint ist. Je weiter südlich wir kommen, umso „pustiger“ wird es. Aber mit angepasster Fahrweise und Geschwindigkeit ist es keinerlei Problem, zumal die Routa 3 gut ausgebaut ist. Als unberechenbar erweist sich leider der Sand, der durch den Wind aufgewirbelt wird. Im Küstenort Las Grutas, direkt am Golfo San Matías, erwischt uns ein kleiner Sandsturm, der das Zelt die ganze Nacht durchschüttelt und unsere Sachen mit reichlich Sand bedeckt. Das muss demnächst mal alles gesäubert werden :-)

 

Wir queren den Bundesstaat Rio Negro entlang der Atlantikküste und kommen in die zu Patagonien zählende Provinz Chubut. Unser Ziel: Peninsula Valdés. Im Touristenort Puerto Pirámides entscheiden wir uns gegen den Campingplatz, vom Sandkasten haben wir noch genug. In einer Hosteria finden wir ein passendes Doppelzimmer und nehmen das Touristenprogramm in Angriff: Whale Watching.

 

Mit einem Zodiac Boot und ca. 40 anderen Touris fahren wir in die Nachbarbucht von Puerto Pirámides und kommen dort sehr nah an einige Wale heran. Man mag von solchen Touristen-Ausflügen so nahe an die Wale in ihrem natürlichen Lebensraum halten, was man will -  es ist einfach fantastisch, diese riesigen Meeressäuger aus unmittelbar nächster Nähe zu betrachten. Die Tiere sind neugierig und scheinen sich auch nicht weiter an unserer Anwesenheit zu stören, sie sind es wahrscheinlich schon gewohnt.

 

Es schaukelt doch ziemlich auf dem vergleichsweise kleinen Boot und es ist schwer, die Kamera ruhig zu halten. Deshalb eine kleine Warnung, dass man beim Anschauen des folgenden Videos durchaus leicht seekrank werden kann:

 

 

Der helle Wal ist ein fünf Monate altes Jungtier, was hier gemeinsam mit der Mama paddelt. Wir haben natürlich noch einige Fotos, die am Ende des Textes direkt verlinkt werden.

 

Nach zwei Stunden und beladen mit intensiven Eindrücken sind wir zurück in Puerto Pirámides. Wieder an Land ändert sich auch Annaleens Gesichtsfarbe schnell von leicht grün zurück zu normal ;-)

 

Am nächsten Tag, es ist Freitag der 03. Dezember und wir sind seit vier Wochen auf Reisen, lassen wir das Gepäck in unserer Herberge und fahren über die Halbinsel. Im Landesinneren herrscht ein wüstenähnliches Klima mit drei kleinen Salzseen sowie niedriger, aber flächendeckender Gras- und Buschlandschaft. Der Wind wird also kaum abgeschwächt und lässt die 17°C frisch erscheinen.

 

Auf unserem Weg begegnen wir Schafen, Maras (eine Hasenart), Guanakos oder auch Nandus. Diese Straußenvögel kriegen wir leider nicht vor die Kamera; es sieht zwar etwas tollpatschig aus, wie sie über die Straße laufen, aber sie legen eine ziemliche Geschwindigkeit an den Tag – ruckzuck sind sie wieder im Gebüsch verschwunden.

 

An den Stränden treffen wir Magellan-Pinguine, die unbeeindruckt vor unserer Kamera posieren. Am Nordende der Halbinsel ist eine kleine Seelöwenkolonie, dort hält man momentan faul Siesta. Ab und an wird mit der Seitenflosse kühler Sand über Bauch oder Rücken geworfen, das war es auch an Aktivitäten.

 

Nach 200km auf Schotterwegen holen wir in Puerto Pirámides unser Gepäck ab, befüllen Tanks und Reifen und fahren weitere 150km bis zu unserem nächsten Übernachtungspunkt in Trelew.

 

Hier finden wir ein sauberes, gepflegtes, gut ausgestattetes Hostel und beschließen, zwei Nächte zu bleiben, da wir uns auf Anhieb wohl fühlen. Das Zelt bekommt die dringend nötige Reinigung, wir beantworten Emails, aktualisieren die Webseite und planen die weitere Reiseroute für die kommenden Tage.

Kalendarisch nähern wir uns zwar immer weiter dem Sommer, aber mit zunehmenden Breitengraden wird es auch kontinuierlich kühler - in Ushuaia muss man auch im Sommer mit Schneeflocken rechnen.

 

Zum Schluss, wie immer, der Link zu den Bildern: "Im nördlichen Patagonien". Viel Spaß beim Anschauen!

 

zum nächsten Kapitel: Argentinien - Südpatagonien und Feuerland

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